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Samstag, 11. Juni 2011

Qualm bedroht Gesundheit der Bevölkerung

Qualm bedroht Gesundheit der Bevölkerung

4400 Feuerwehrleute sind in Arizona im Einsatz

Ein gewaltiger Waldbrand im US-Staat Arizona hat bereits ein Gebiet von 1.600 Quadratkilometern vernichtet. Die hohe Rußkonzentration wird zu einem Risiko für die Feuerwehrleute.

Die Konzentration von Rußpartikeln in der Luft sei astronomisch, sagte Mark Shaffer von der Umweltschutzbehörde Arizonas. „Die Lage ist jenseits von Gut und Böse“, warnte er am Freitagabend (Ortszeit). Zurzeit sind 4400 Feuerwehrleute im Einsatz.

Der nachlassende Wind am Donnerstag und Freitag half den eingesetzten Feuerwehrleuten bei der Bekämpfung der Brände. Aber durch die geringe Luftbewegung staute sich der Qualm, und die Rußkonzentration stieg auf bislang unerreichte Höhen. „Wir haben ein möglicherweise ernsthaftes Gesundheitsproblem vor uns“, sagte Shaffer. Die Behörden riefen die Bevölkerung zur Meidung des Gebiets auf.


Starker Wind bereit den Einsatzkräften sorgen

Für Samstag befürchten die Brandbekämpfer wieder stärkeren Wind. „Die Atmosphäre ist sehr instabil und beschleunige das Wachstum des Brands“, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Wir machen uns große Sorgen um den Wind.“ Mittlerweile bedroht der Waldbrand auch den Nachbarstaat New Mexico, mehrere Ortschaften und zwei wichtige Stromleitungen, die Elektrizität von Arizona nach West-Texas bringen. Der Stromversorger El Paso Electric warnte bereits 370 000 Kunden vor Stromausfällen, wenn die Leitungen durchtrennt würden.

Möglicherweise müssen die Brandbekämpfer selbst rund 60 Hektar Land anzünden, um eine Brandschneise zu errichten, die die Flammen stoppen kann. „Es wird wirklich schwierig“, sagte der Feuerwehrsprecher.

Bisher vernichteten die Flammen mehr als 1600 Quadratkilometer Wald – fast 300 Quadratkilometer allein an einem Tag. 30 Häuser wurden zerstört und fast 10 000 Menschen aus den Ortschaften Springerville und Eager in Arizona mussten ihre Häuser verlassen.

Das Feuer ist bereits jetzt das zweitgrößte in der Geschichte des Staates und könnte das Rodeo-Chediski-Feuer von 2002 noch übertreffen. Allerdings ging bislang nur ein Bruchteil der Häuser in Flammen auf wie damals.

Mittwoch, 20. April 2011

Ich heirate eine Familie

Ich heirate eine Familie

Sie lebt den Traum vieler junger Frauen: Kate Middleton wird am 29. April Prinz William heiraten. Geboren wurde die Prinzessin in spe am 9. Januar 1982 in Reading.

Wenn Prinz William seine Kate am 29. April zum Traumaltar führt, heiratet er nicht nur seine große Liebe. Obendrauf erhält er eine neue Familie. Doch wer sind eigentlich diese Middletons?

Kein Schritt mehr ohne Paparazzi. Beim Einkaufen. Beim Essen. Bei der Arbeit. Versteckt hinter Hauseingängen, rasend auf Motorrädern. Seit der Verlobung von Kate Middleton mit Prinz William im vergangenen November steht die ganze Familie der Braut im Licht der Öffentlichkeit. Kurz vor Ostern wurde es den Middletons jedoch zu viel: Sie reichten einen Antrag bei der britischen Kommission für Pressebeschwerden ein. „Die Middletons geben ihrer Besorgnis Ausdruck“, versuchte eine Sprecherin des Königshauses den Vorgang herunterzuspielen. Der Sender BBC berichtete jedoch, der Palast plane, hart gegen Fotografen vorzugehen, die insbesondere das Brautpaar verfolgten. Welche Mittel man in dem Fall ergreifen könne, wollte die Sprecherin nicht sagen: „Darüber spekulieren wir nicht.“

Die Verfolgung durch die Paparazzi kommt nicht von ungefähr: Während Kate Middleton seit Jahren im Rampenlicht steht, ist über ihre Familie nur wenig bekannt. Diskretion wird groß geschrieben – bis zur Verlobung hat kein Familienmitglied ein Interview gegeben. Umso stärker ist nun das Verlangen der britischen Öffentlichkeit nach Informationen. Doch auch jetzt, eine Woche vor der Trauung in der Westminster Abbey in London, geben die Middletons nur das Nötigste über sich preis.

Keine armen Leute

Gesichert ist jedoch: So kleinbürgerlich wie gern getan wird, sind die Middletons nicht. Väterlicherseits stammt Kate von der Familie Lupton ab, deren Mitglieder im 18. Jahrhundert wohlhabende Wollhändler waren und zu großem wirtschaftlichen Reichtum kamen. Auch König Edward III. und dessen Frau Philippa von Hennegau gehören zu ihren Vorfahren. Mütterlicherseits stammt Kate von Minenarbeitern aus County Durham ab.

Verschmelzen taten diese zwei unterschiedlichen Familien, als sich Kates Eltern in den 1970er-Jahren während ihrer Arbeit bei der Fluggesellschaft British Airways kennenlernten. Mutter Carole war Stewardess, Vater Michael Pilot. Mitten in der Thatcher-Ära machten sich die zwei selbstständig und gründeten das Versandhaus „Party Pieces“, das sich auf Accessoires für Kindergeburtstage spezialisierte. Wie die Zeitung „Die Welt“ berichtete, erreichte das Betriebsvermögen bald die Millionengrenze.

Die Middletons konnten sich dadurch nicht nur ein stattliches Anwesen in Bucklebury, einem Ort in der Grafschaft Berkshire, leisten. Sondern auch die horrenden Gebühren für die Privatschule Marlborough College: Zwischen 17 500 Euro und 23 600 Euro kostet hier ein Schuljahr. Und das mal drei: Denn nicht nur Kate besuchte die Schule, sondern auch ihre jüngeren Geschwister Philippa, genannt Pippa, und James.

Schwester Pippa auf der Überholspur

Über den Bruder ist wenig bekannt. 1987 geboren, soll er heute als Geschäftsmann arbeiten. Die 27-jährige Pippa gilt dagegen als „Socialite“. Seit 2008 arbeitet sie in London für eine Event-Firma, wurde im selben Jahr vom Magazin „Tatler“ zur begehrenswertesten Single-Frau der britischen Gesellschaft gekürt. Damit verwies sie sogar Prinzessin Eugenie, die Tochter von Prinz Andrew, auf die Plätze. Die Schriftstellerin Plum Sykes sagte über sie: „Pippa ist die Glücklichste von allen. Sie kriegt die richtige Art von Aufmerksamkeit von Männern, Modedesignern und Gastgebern und hat nicht irgendeine Verpflichtung. Sie wurde zu einer Prinzessin ganz ohne Schattenseiten.“

Pippas Popularität scheint sogar noch zu steigen: Laut „Yahoo“ wuchs die Zahl der Suchanfragen um 200 Prozent an. Und da Schwester Kate ab dem 29. April unter der Haube ist, dürfte dies noch lange so bleiben.

Onkel mit Hang zu Joints

Ein „schwarzes Schaf“ darf Familie Middleton natürlich auch nicht fehlen: Diesen Part übernimmt Onkel Gary Goldsmith. Wie die Illustrierte „Bunte“ berichtete, soll der Bruder von Kates Mutter angeblich brasilianische Prostituierte für 700 Euro die Nacht vermitteln. Ob das stimmt, bleibt dahingestellt. Allerdings scheint er ein lockeres Verhältnis zu Drogen haben: Unlängst wurde der 50-Jährige von Reportern der englischen Zeitung „News of the World“ in seiner „Villa De Bang-Bang“ auf Ibiza besucht. Seine erste Frage an die Journalisten: „Möchte jemand einen Joint?“ Zur Hochzeit am 29. April ist er dennoch eingeladen.

Sonntag, 10. April 2011

Amokläufer besaß fünf Waffenscheine

Amokläufer besaß fünf Waffenscheine



Einen Tag nach dem Amoklauf in der niederländischen Stadt Alphen aan den Rijn sind die Motive des Täters weiter unklar. Laut Staatsanwaltschaft war er im Schützenverein und besaß drei Waffen. Fünf Waffenscheine seien ihm ausgestellt worden. Die Mutter des Amokschützen fand einen Abschiedsbrief.

Amsterdam - Zeugen sagen, der 24-Jährige habe bereits auf dem Parkplatz einen Mann erschossen, dann sei er "äußerlich völlig ruhig" in das Einkaufszentrum gegangen und habe blindlings um sich geschossen. Viele Menschen seien in Panik und Todesangst geflohen.

Einen Tag nach dem Amoklauf blicken die Menschen in den Niederlanden fassungslos nach Alphen aan den Rijn rund 40 Kilometer südwestlich von Amsterdam.


Der Täter war Mitglied eines Schützenvereins. Laut Staatsanwaltschaft waren ihm in den vergangenen Jahren insgesamt fünf Waffenscheine ausgestellt worden. Er sei zuletzt im Besitz von drei Waffen gewesen. Er sei allerdings in der Vergangenheit schon wegen illegalen Waffenbesitzes mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Die Anklage sei aber fallengelassen worden.

Der Amokschütze hatte in einem Einkaufszentrum mit einer Maschinenpistole um sich gefeuert, sechs Menschen getötet und mehr als 15 verletzt, ehe er sich mit einem Kopfschuss das Leben nahm.


Polizei durchsuchte Einkaufszentren und Häuser nach Bomben

Die Polizei rätselt weiter über die Motive des Täters. Der 24-Jährige habe bei seiner Mutter einen Abschiedsbrief hinterlassen, darin aber nichts über seine Beweggründe mitgeteilt, sagte die ermittelnde Staatsanwältin Kitty Nooy.


 Im Auto des Amokschützen sei ein Brief mit Hinweisen zu angeblich in Einkaufszentren deponierten Bomben gefunden worden. Die Polizei ließ drei Einkaufszentren sowie die umliegenden Wohnungen in der rund 40 Kilometer südlich von Amsterdam gelegenen Region evakuieren. Bei Durchsuchungen der Shopping Center wurde jedoch kein Sprengstoff entdeckt. Die Anwohner konnten in der Nacht in ihre Häuser zurückkehren.


Bürgermeister Bass Eenhoorn hatte am Samstag auf einer Pressekonferenz gesagt, dass unter den Opfern auch Kinder seien. "Es wird alles getan, um Familien und Freunde in dieser Zeit so gut wie möglich zu betreuen." Er nannte den Amoklauf eine für Alphen beispiellose Katastrophe. Es sei einer der ersten schönen Tage des Jahres gewesen, und viele Familien mit Kindern seien zum Einkaufen dort gewesen. Es sei einfach unbegreiflich, sagte er.

Königin Beatrix und Ministerpräsident Mark Rutte sprachen den Opfern und ihren Familien ihr Beileid aus.

Montag, 4. April 2011

Leichen, Triebwerke und Flügelteile

Leichen, Triebwerke und Flügelteile

Bei der Bergung des abgestürzten Airbusses haben Unterwasserroboter jetzt auch große Wrackteile und Leichen fotografieren können.



Mehr als 1000 Kilometer vor der Küste Brasiliens haben Tauchroboter auf dem Grund des Atlantiks die Absturzstelle des Todesflugs AF 447 entdeckt. Aus 4000 Metern Tiefe gibt es gestochen scharfe Bilder: vom Wrack und von Leichen.

Fast zwei Jahre nach dem Absturz eines Air-France-Flugzeugs über dem Atlantik mit 228 Toten nähren neue Funde die Hoffnung auf Aufklärung. Das Schiff „Alucia“ mit seinen Tauchrobotern habe sie in einem neuen Suchgebiet geortet, erklärte die französische Unfallermittlungsbehörde BEA. Der Air-France-Flug AF 447 hatte am 1. Juni 2009 in einer Katastrophe geendet.

Hoffnung auf Aufklärung
 
Frankreichs Verkehrsministerin Nathalie Kosciusko-Morizet sagte, auf dem Meeresgrund seien Leichen geortet worden und ein großer zusammenhängender Teil des Flugzeugs. „Identifizierungen sind möglich“, erklärte sie dem TV-Sender France-Info und dem Radiosender France-Inter.

Es gebe gute Hoffnung, die Datenrekorder zu finden, die Messwerte und Cockpitgespräche aufzeichnen, betonte ein Sprecher des Flugzeugherstellers Airbus. „Nur mit der Bergung und dem Auslesen der Flugdatenschreiber wird sich letztendlich die Unglücksursache bestimmen lassen.“ Entdeckt wurde das Wrack am vergangenen Sonntag, nachdem die bereits vierte Suchaktion nach dem Airbus endlich erfolgreich war.

Wrackteile sind gut erhalten
 
Die von den Tauchrobotern in 3000 bis 4000 Metern Tiefe fotografierten Wrackteile – Triebwerke und Flügeltrümmer – sind nach ersten Erkenntnissen gut erhalten. Sie liegen in einem Trümmerfeld dicht beieinander.

Eine Theorie zur Ursache des Absturzes führte die Katastrophe damals auf defekte Pitot-Sonden zur Geschwindigkeitsmessung zurück. Nach Ansicht der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde BEA hätte deren Versagen allein jedoch kaum einen Absturz zur Folge haben können. Jetzt hofft Frankreich auf eine baldige Aufklärung der Flugzeug-Katastrophe.

Die erst vor wenigen Tagen begonnene vierte Suchaktion wird von Air France und Airbus mit insgesamt rund 9,2 Millionen Euro finanziert. Der zweistrahlige Airbus A330 war auf dem Weg von Rio nach Paris in einer Unwetterfront abgestürzt, nachdem die Geschwindigkeitsmesser und mehrere Geräte ausgefallen waren. 28 der 228 Opfer waren Deutsche.

Mittwoch, 30. März 2011

Kunstharz soll Strahlung binden

Kunstharz soll Strahlung binden

Fukushima werden immer neue Rekordwerte gemessen


Es ist die schiere Verzweiflung im Kampf gegen die Lecks im AKW Fukushima: Japans Regierung will die verstrahlten Trümmer mit Kunstharz besprühen lassen, um die Radioaktivität einzudämmen.

Dabei soll ein ferngesteuertes Fahrzeug zum Einsatz kommen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch meldete. Das Besprühen der Fukushima-Trümmer mit wasserlöslichem Kunstharz soll am Donnerstag beginnen. Die Harzschicht soll verhindern, dass der Küstenwind radioaktiv belasteten Staub fortträgt. Die Idee dahinter sei, die radioaktiven Partikel am Erdboden „festzukleben“. Die Methode soll zunächst in einem Teilbereich getestet werden.

Die Regierung überlegt außerdem, die Reaktoren mit Spezialgewebe abzudecken. Auf diese Weise könnten sich Arbeiter möglicherweise länger als bisher im Gefahrenbereich aufhalten. Um welches Gewebe es sich handeln könnte, sagte Regierungssprecher Yukio Edano nicht.

Als dritte Notmaßnahme ist im Gespräch, radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem Kraftwerk in ein Tankschiff auf dem Meer zu pumpen. Denn das kontaminierte Wasser in den Kellern von Fukushima konnte wegen fehlender Tanks bisher nur teilweise abgepumpt werden. Es gefährdet die Gesundheit der Techniker und Arbeiter, die die vier am schwersten beschädigten Reaktoren unter Kontrolle bringen sollen. Tepco-Vorstandschef Tsunehisa Katsumata räumte in Tokio ein, dass man noch kein genaues Konzept zur Bewältigung des Atomunfalls habe.

Radioaktivität erreicht neuen Rekordwert

Die Messwerte für radioaktives Jod-131 im Meerwasser vor Fukushima kletterten derweil nach Angaben des Fernsehsenders NHK auf einen Rekordwert. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEO riet Japan zur weiteren Evakuierung eines Ortes in der Nähe des zerstörten Atomkraftwerks.

Andere Fachleute sind dagegen uneins, ob die 20-Kilometer-Evakuierungszone vergrößert werden sollte. Die Umweltorganisation Greenpeace forderte nach eigenen Strahlenmessungen eine Ausweitung auf 40 Kilometer. Außerhalb der Sicherheitszone seien die Werte zum Teil höher als innerhalb. So zeigten Messungen in dem 40 Kilometer vom Kraftwerk entfernten 7000-Einwohner-Ort Iitate eine Strahlenbelastung von bis zu zehn Mikrosievert in der Stunde. Im Ort Tsushima seien bis zu 100 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden – nach Greenpeace-Angaben wurde dort die maximale Jahresdosis für Menschen in acht Stunden erreicht.

Der Chef des Instituts für Strahlenbiologie am Münchner Helmholtz-Zentrum geht dagegen davon aus, dass die 20-Kilometer-Evakuierungszone ausreicht. „Wenn die Werte nicht deutlich weiter steigen, hat man Zeit“, sagte Michael Atkinson. Doch bei den hoch belasteten Gebieten innerhalb der Evakuierungszone geht Atkinson davon aus, dass die nächsten 100 Jahre zumindest kein Gemüse mehr angebaut werden kann. „Da ist es fraglich, ob es überhaupt Sinn macht, zurückzukehren“, sagte der Wissenschaftler.

Tepco-Präsident im Krankenhaus

Die Arbeiter in Fukushima sind unterdessen zunehmend erschöpft. Auch bei ihnen wächst die Angst vor dauerhaften Gesundheitsschäden. Das sagte ein Manager einer Vertragsfirma des Betreibers Tepco der Zeitung „Asahi Shinbun“. Die Arbeiter seien angesichts der endlosen Schwierigkeiten zunehmend nervöser. Ihnen fehlt es an Essen, Schlafgelegenheiten und Decken. Tepco versprach eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Während die Arbeiter gegen die Kernschmelze kämpfen, ist der seit mehr als zwei Wochen aus der Öffentlichkeit verschwundene Tepco-Präsident Masataka Shimizu nun arbeitsunfähig. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben von Kyodo litt Shimizu an Bluthochdruck und Schwindel. In Japan gab es seit Tagen Gerüchte, dass er sich wegen der Katastrophe das Leben genommen haben könnte oder ins Ausland geflohen sei.

Sonntag, 20. März 2011

Japan: Kühlsystem in Havariereaktor 2 läuft noch nicht

Japan: Kühlsystem in Havariereaktor 2 läuft noch nicht

Der besonders bedrohte Reaktor 2 im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 ist wieder mit dem Stromnetz verbunden worden; nach Angaben des Betreiberunternehmens Tepco konnten die Kühlsysteme jedoch noch nicht wieder in Betrieb genommen werden. Die Lage in den Notunterkünften des Landes bleibt angespannt.

 Japan: Kühlsystem in Havariereaktor 2 läuft noch nicht


Ein Tepco-Sprecher sagte, nach dem Anschluss des Reaktors 2 an das Stromnetz müsse aus Sicherheitsgründen zunächst geprüft werden, inwiefern das Kühlsystem und andere Anlagen funktionsfähig seien. Wann die Tests abgeschlossen werden könnten, sei unklar.

Tepco hatte am Freitag eine neue Stromleitung zu dem Meiler verlegt, um zunächst den Reaktor 2 und später auch den Reaktor 1 wieder an das Stromnetz anschließen zu können. Durch das Erdbeben und den Tsunami war dort die Notstromversorgung zerstört worden. Regierungssprecher Yukio Edano kündigte an, dass das Kraftwerk nie wieder in den regulären Betrieb gehen solle.

Ingenieure, Soldaten und Feuerwehrleute setzten ihre Bemühungen fort, die vier überhitzten Reaktorblöcke 1 bis 4 notdürftig zu kühlen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa sollen die Reaktoren fortan "rund um die Uhr" besprüht werden. Erschwert wird der Einsatz durch die hohe Strahlung, die einen Aufenthalt bei den Reaktoren nur kurzzeitig erlaubt.

Für die rund 400.000 Menschen, die seit dem Unglück in der vorvergangenen Woche in Notunterkünften leben, verbesserte sich die Lage durch leicht steigende Temperaturen nach einer Kältewelle etwas. In den besonders stark betroffenen Präfekturen Miyagi und Iwate wurden tagsüber zehn Grad Celsius gemessen, doch nachts blieb es kalt. Angesichts der Sorge vor radioaktivem Niederschlag in der Bevölkerung sagte Vizekabinettschef Tetsuro Fukuyama, Regen und Schnee bedeuteten "keinerlei Schaden für die Gesundheit".

Neun Tage nach dem Erdbeben liegt die Zahl der Toten nach Angaben der Polizei bei 8133, 12.272 Menschen werden noch vermisst. Die Chance, noch Überlebende zu finden, gilt als sehr gering. Dennoch konnten Retter zwei Menschen lebend bergen. Eine 80 Jahre alte Frau und ein 16-Jähriger seien in der zerstörten Stadt Ishinomaki aus Trümmern gerettet worden, teilte die Polizei mit.

Samstag, 12. März 2011

Atomunfälle in Japan. Die radioaktive Wolke breitet sich aus.


 Erdbeben und Tsunami in Japan
  
Atomunfälle in Japan.  Die radioaktive Wolke breitet sich aus



Die Kettenreaktionen in Fukushima 1 lassen sich offenbar nicht stoppen. Die Regierung spricht von einer drohenden Kernschmelze in zwei Reaktoren – andere Quellen davon, dass der GAU schon eingetreten ist. Für Letzteres sprechen erhöhte radioaktive Werte auch abseits des Katastrophenmeilers.
Es ist eine Wettlauf gegen die Zeit: Zwei Tage nach dem Jahrhundertbeben in Japan versuchen Fachleute eine nukleare Katastrophe abzuwenden. Es scheint allerdings, als könne man nur noch darauf hinwirken, die Ausmaße zu beschränken.


Sechs Reaktoren an der Ostküste sind inzwischen ohne funktionierendes Kühlsystem. Am gefährlichsten ist die Lage weiterhin im Atomkraftwerk Fukushima 1. Dort überschreiten die Strahlenwerte inzwischen die zulässigen Höchstwerte bei weitem. Doch auch in der nordöstlichen Provinz Miyagi haben Atomexperten eine 400 Mal höhere Radioaktivität gemessen als normal. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tohoku. Ein Sprecher des Unternehmens sagte, die Reaktoren in der Region seien stabil. Man gehe davon aus, dass die erhöhten Werte nicht aus den eigenen Werken stammen, sondern dass der Wind Radioaktivität aus Fukushima herübergeweht habe.

Widersprüchliche Angaben

Dort pumpen Experten seit Samstagabend ein Gemisch aus Meerwasser und Borsäure in den Reaktor Nummer 1. Auf diese Weise soll eine Kernschmelze verhindert werden, die so schlimm wie der Atomunfall 1986 in Tschernobyl sein könnte. Ähnlich dramatisch ist die Entwicklung in einem zweiten Reaktor des Kraftwerks.

Womöglich ist es für Verhinderungsmaßnahmen aber schon zu spät. Denn es ist keineswegs gesagt, dass die Kernschmelze im Block 1 des Kraftwerkes nicht schon lange vollzogen ist. Nach Angaben von Hisanori Nei von der Atomsicherheitsbehörde wird die Möglichkeit als groß angesehen, dass es in dem AKW Fukushima 1 schon vor der Explosion vom Samstag zu einer teilweisen Kernschmelze gekommen ist.

Dieses Statement widerspricht den Einlassungen der Regierung, insbesondere des japanischen Ministerpräsident Naoto Kan, wonach der Kern des Reaktorblocks 1 sogar nach der Explosion am Samstag noch intakt gewesen ist, weswegen man mit die Maßnahmen zur Verhinderung des Super-GAU ausgeweitet habe. Welche Aussage zutreffend ist, lässt sich abschließend kaum klären.

Kernschmelze in zwei Reaktoren

Inzwischen allerdings sieht auch die Regierung Anzeichen für eine Kernschmelze. Regierungssprecher Yukio Edano sagte am Sonntag in Tokio, sowohl bei Block 1 als auch bei Block 3 der Anlage bestehe die Möglichkeit, dass dieser Fall eingetreten sei. „Wir können nicht überprüfen, was sich im Innern eines Reaktors abspielt, aber wir treffen die Maßnahmen, die angesichts dieser Vermutung geboten sind“, sagte Edano.

In dem Gebiet um die beiden Atomkraftwerke in Fukushima mussten bis Sonntagmorgen rund 200 000 Menschen ihre Häuser verlassen. Mit der Evakuierung will die Regierung die Bewohner vor radioaktiver Strahlung schützen. 

Mittwoch, 9. März 2011

Auto stürzt zwölf Meter von Parkhaus - ein Toter

Auto stürzt zwölf Meter von Parkhaus - ein Toter

Bonn (dpa) - Zwei junge Leute sind mit ihrem Auto von einem Bonner Parkhaus zwölf Meter in die Tiefe gestürzt. Der 19-jährige Beifahrer war sofort tot, die 16 Jahre alte Fahrerin wurde lebensgefährlich verletzt.

Auto stürzt zwölf Meter von Parkhaus in die Tiefe

Der Wagen hatte auf dem obersten Stockwerk die Betonbegrenzung der Plattform durchbrochen und war über den Rand des Parkdecks gekippt, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Wie es zu dem Unglück kam und warum die 16-Jährige am Steuer des Wagen saß, blieb zunächst unklar. Ob für das Durchbrechen einer beindicken Betonmauer ein einfacher Rangierfehler ausreicht, will die Polizei nun klären.

Beim Sturz vom achten Parkdeck hatte sich der Wagen überschlagen und war mit dem Dach zuerst auf der Straße aufgeschlagen. Dem Kennzeichen nach habe das Auto nicht aus Bonn gestammt, teilte die Polizei mit. Der Wagen musste mit einem Kran geborgen werden. Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf 13 000 Euro.

Bei der Rekonstruktion des Geschehens hoffen die Ermittler auf die Unterstützung eines Unfallsachverständigen und die Auswertung der Videoaufzeichnungen des Parkhauses. Mit ersten Ergebnissen sei nicht vor Mittwoch zu rechnen, sagte eine Polizeisprecherin.

Dienstag, 8. März 2011

Kasse machen mit dem Selbstzerstörer

Kasse machen mit dem Selbstzerstörer


Das Ende war so bizarr wie die Tage zuvor. "Nach reiflicher Überlegung hat Warner Bros. Television Charlie Sheens Mitwirkung bei 'Two and a Half Men' mit sofortiger Geltung beendet", erklärte das TV-Studio kühl. Sheen stieg daraufhin auf ein Hausdach in Hollywood und fuchtelte mit einer Machete: "Endlich frei!"

Und so kollabierte die Karriere des bis dahin bestbezahlten Fernsehstars der Welt in einem kokelnden Schutthaufen aus Selbstdemontage, Drogensucht, Quotenrausch und Sensationsgier. Sheen - einstige Kinohoffnung ("Platoon"), dann TV-Klamauker ("Two and a Half Men"), dann Koks-Ritter der traurigen Gestalt - hat das Ende der Fahnenstange erreicht. Hollywoods "bad boy" implodierte im Dauersperrfeuer des eigenen Größenwahns.


Doch es ist nicht Sheen, 45, dem in dieser tragischen Parabel auf Amerikas Entertainment-Geschäft die schwerste Schuld zukommt. Sheens jüngste Ausfälle, die zuletzt selbst Hollywood-Veteranen schockierten, sind das unweigerliche Produkt eines kranken, von langem Drogenmissbrauch zersetzten Hirns.

Nein: Die moralische Mitverantwortung für dieses menschliche Trauerspiel liegt bei den Jasagern, Mitläufern und Voyeuren, die Sheen zynisch befähigten, öffentlich immer tiefer zu sinken - mit Millionengagen und Schmeichelverträgen, Ansporn und Leugnung - allen voran sein Agent, sein Anwalt, sein erst jetzt geflohener Publizist, das Studio Warner Brothers und das Network CBS. Angefeuert von den Medien und dem geifernden Trash-Publikum ließen sie diese Zeitbombe so lange ticken, wie sie Geld machten und Spaß hatten.

"Wir verdienen mit ihm viel Kohle"

Drogendealer sind eiskalte Geschäftsleute: Sie fördern die Sucht und profitieren davon. Das Gleiche ließe sich über Charlie Sheens Hollywood-Koterie sagen - die Produzenten in ihren gläsernen Eckbüros wie sein Star-Gefolge aus T-Shirt-Helden, die mit ihm am Pool hingen in der Hoffnung auf YouTube-Ruhm.

Absturz als Quotenkick: "Sie sind begeistert", zitierte die "New York Post" noch im Januar einen CBS-Insider über Sheens Eskapaden. "Sie halten das für Publicity im Millionenwert."

TV-Komödiant Tom Arnold ("Roseanne"), selbst lange ausgenüchtert, versuchte Sheen kürzlich zu helfen, indem er an einen seiner Vertrauten herantrat. Dessen abschlägige Antwort, so sagte Arnold der "New York Times" jetzt: "Wir verdienen mit ihm viel Kohle."

Kohle war auch der Grund, weshalb Warner Brothers erst so spät die Notbremse zog. "Two and a Half Men", eine seichte Sitcom, in der Sheen eine jugendfreie Primetime-Version seiner selbst spielte, war ein Goldesel. Seit 2003 räumte die Show mit ihrem Biertischhumor die Quoten ab, mit zuletzt fast 15 Millionen Zuschauern pro Folge, und spielte Werbe- wie Lizenzeinnahmen von mehr als 250 Millionen Dollar pro Staffel ein. Noch im Mai hatte CBS Sheens Vertrag bis 2012 verlängert, für rund zwei Millionen Dollar - pro Episode. Da war er aber längst aus dem Ruder gelaufen.

Doch erst jetzt überwog der Imageschaden den potentiellen Dollarverlust einer Verbannung Sheens. Sie waren nicht mehr tragbar, die mittlerweile täglichen Rauschtiraden gegen seine Arbeitgeber, Kollegen und Fans, multipliziert via Twitter, YouTube, Gossip-Shows, Paparazzi-Websites und die gefälligen Stichwortgeber bei CNN & Co., die sich um "Exklusivinterviews" rissen - sie offenbarten Hollywoods heuchelnde Komplizenschaft.

Sheen im TV-Interview: Ausgemergeltes Gesicht, gehetzte Augen

Trotzdem musste Warner Brothers warten, bis sich ein Notausgang bot aus Sheens juristisch wasserdichtem Vertrag. Diesen Notausgang öffnete schließlich erst Charlie Sheen selbst.

Von Interview zu Interview taumelte er immer tiefer in jenen paranoid-manischen Wahn, der typisch ist für das Endstadium der Drogensucht wie für den Beginn des Entzugs - "cold turkey", sagen sie hier dazu. Die Begleiterscheinungen waren klassisch: hervortretende Adern, ausgemergeltes Gesicht, gehetzte Augen, realitätsentrücktes Gelaber, die Worte zusammenhanglos und wie ein Trommelfeuer.

Flankiert von seinen "Göttinnen" - den zwei kichernden Porno-Girls, mit denen er lebt - bot er Einblick in sein paralleles Universum. Faselte Unverständliches ("Dies ist Krieg"), nannte sich "ultimativer Sieger", "Hexenmeister" und "total irrer Rockstar vom Mars", hetzte gegen seine Zuschauer ("Trolle") und die Anonymen Alkoholiker, beanspruchte Selbstheilung von seiner Sucht: "Ich habe einfach meine Augen geschlossen und es erzwungen."

Dann eroberte er mit seinem spätpubertären Geplapper Twitter. "Klein geboren ... jetzt riesig ... siegt ... (arbeitsloser Sieger)", lautet seine Selbstbeschreibung dort. Er pries "hot chicks", sein "Tigerblut" und seine "Adonis-DNA", und als ihn ein Fan aus Tulsa ansprach, antwortete er: "Ich habe Tulsa erfunden." Die Leute liebten es: Binnen einer Woche fanden Sheens Schwafeleien 2,3 Millionen "followers".

Zwischendurch verlangte er von CBS eine 50-prozentige Gagenerhöhung und posierte mit seinen zwei Kleinkindern, die sonst bei seiner baldigen Ex-Frau Brooke Mueller leben, mit der er vor Gericht um Unterhalt streitet. "Ich bin es leid, so zu tun, als sei ich nicht besonders", maulte er im NBC-Interview. "Du kannst mich mit einem normalen Gehirn nicht verstehen."

"Ich hatte eine schlechte Nacht"

Es war die Kulmination einer langen Odyssee, die Sheen von den Höhen des Ruhms ("Wall Street") bis hierher geführt hat. Drogen, Huren, Haftbefehle: Seit Jahren delektiert sich Amerika an seinen Exzessen. Mal verwüstete er Hotelzimmer, mal verprügelte er Frauen, meist waren Drogen im Spiel. Seine Dauer-Ausflucht: "Ich hatte eine schlechte Nacht."

So lange er aber am Set erschien, war seinen Chefs das alles egal. Doch dann ließ Sheen düster-antisemitische Spitzen gegen Chuck Lorre los, den Schöpfer von "Men" und einen der mächtigsten TV-Produzenten hier. Die Sitcom selbst, der er seinen Reichtum und seine Rettung vor dem Kino-Vergessen ja erst zu verdanken hat, bezeichnete Sheen als "Blechdose von einer Show". Das war zuviel.

In einem Brief an Sheens Anwalt Martin Singer, der der Website TMZ.com zugespielt wurde, enthüllte Warner Brothers, dass auch hinter den Kulissen längst nichts mehr im Lot war.

Sheens "gefährliches, selbstzerstörerisches Benehmen", so Warner, habe die Dreharbeiten schon seit Jahren "unterminiert". So beklagte das Studio seine "physische Erscheinung", seine "Unfähigkeit, den Text zu sprechen", seine "hetzerischen Kommentare, die wichtige Arbeitsbeziehungen vergiftet haben", und nicht zuletzt "das öffentliche Spektakel seines selbstverschuldeten Zerfalls". Hinzu kämen die Drogendelikte, eine "Straftat von moralischer Verderbtheit" - und ein Kündigungsgrund.

Sheen schoss in voller Form zurück: "Das sind sehr gute Nachrichten", lästerte er. "Sie begehen weiterhin Vertragsbruch, wie so viele Wale." Gott sei Dank müsse er nun nicht mehr "diese albernen Hemden" anziehen, die sein TV-Alter-Ego Charlie Harper in der Show trug.


"Ohne eine Intervention wird Sheen so lange weitermachen, bis ihm etwas Dramatisches zustößt", prophezeite Hollywoods Entzugspapst, der Drogentherapeut Drew Pinsky, kürzlich im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.


Sein Verhalten hat tatsächlich alle Symptome einer Drogenpsychose. Am Montagabend hatte Sheen noch ein Web-Video produziert, das ihn im bisher schlimmsten Zustand zeigt. Sein wirres Haar steht hoch, das Gesicht ist bleich wie ein Totenkopf, er raucht Kette, vergräbt den Kopf in den Armen, stottert, sitzt keine Sekunde still. "Interessiert mich 'nen Scheißdreck", wütet er in ein Telefon. "Interessiert mich 'nen Scheißdreck."

Jetzt hat auch Hollywood abgeschaltet.

Oma mit 23: Jüngste Großmutter der Welt kommt aus Rumänien

Oma mit 23: Jüngste Großmutter der Welt kommt aus Rumänien

Sinkende Geburtenraten und immer später Gebärende sind bekannte gesellschaftliche Probleme. Ausnahmen bestätigen dabei wie immer die Regel: So machte eine 25-Jährige mit der Nachricht Furore, bereits vor zwei Jahren das erste eigene Enkelchen in den Armen gehalten zu haben.

Oma mit 23: Jüngste Großmutter der Welt kommt aus Rumänien


Rifca Stanescu wurde bereits im zarten Alter von 12 Jahren Mutter. Tochter Maria brachte dann ihrerseits 2009 mit 11 ein Baby zu Welt. Die guten Ratschläge von Rifca, bloß nicht den Fehler der Mutter zu wiederholen und stattdessen in Ruhe die Schule abzuschließen, fruchteten bei Maria anscheinend nicht. Mama Rifca verliebte sich bereits als 11-Jährige in den nur zwei Jahre älteren Ionel Stanescu. Noch nicht einmal ein richtiger Teenager, machte auch Maria früh ernst. Mit zehn heiratete das Mädchen und schenkte kaum ein Jahr später ihrem Kind das Leben.

Gegenüber der britischen Tageszeitung „The Sun“ erklärte Rifca: „Ich bin froh, Großmutter zu sein, aber ich habe mir mehr für Maria gewünscht.“ Das gleiche gilt wohl ebenso für Marias eigene Oma, die den gleichen Namen wie die Enkeltochter trägt: Mit nur 40 Jahren ist Maria Senior mutmaßlich nicht allein in Investi, dem rumänischen Heimatdorf der drei ungewöhnlichen Frauen, die agilste und fitteste Urgroßmutter weit und breit.

Erst im letzten Monat wurde der Fall der Britin Kelly John bekannt, die ihre Tochter im Alter von 14 zur Welt brachte - um nur 14 Jahre darauf mit anzusehen zu müssen, wie der Bauch des eigenen Töchterleins runder und runder wurde: „Mein schlimmster Alptraum war immer, dass Tia den gleichen Fehler begehen und früh schwanger werden würde“ gab sie gegenüber „News of the World“ zu Protokoll. Es nützte nichts: Tia machte Kelly mit nur 29 Jahren zur jüngsten Oma Englands.

Sonntag, 6. März 2011

Bahn-Chef leistet Abbitte

Bahn-Chef leistet Abbitte

Hektik am Bahnsteig: Eine Mutter aus Brandenburg wurde von ihrer Tochter getrennt


Ist das die neue Pünktlichkeit der Bahn? Um den Fahrplan einzuhalten, schickte man eine Zweijährige mit dem Zug durch halb Brandenburg. Die Mutter musste dem Kind im Streifenwagen hinterherjagen. DB-Chef Rüdiger Grube entschuldigt sich.

Hamburg/Pritzwalk - Steckt den Schaffnern der Deutschen Bahn noch das Chaos des letzten Winters in den Knochen? Ist man der ewigen Beschwerden erzürnter Kunden über Verspätungen überdrüssig? Anders ist nicht zu erklären, weshalb es ein DB-Mitarbeiter ablehnte, einen Zug zu stoppen, obwohl darin ein zweijähriges Kind ohne Begleitung unterwegs war.

Nachdem die Mutter am Freitag auf dem Bahnhof mit dem Kinderwagen ausgestiegen war, schlossen sich die Türen, und der Zug fuhr mit der Tochter los. Die Mutter wandte sich an einen Bahn-Angestellten. Nach einem Bericht des "Tagesspiegel" weigerte der sich, den Zug zu stoppen, weil sonst der Fahrplan durcheinandergeraten wäre. Dass das Kind über sieben Zwischenstationen bis nach Neuruppin mitfahren musste, begründete eine Bahn-Sprecherin in der Zeitung mit dem Warnstreik der Lokführer. Am Freitagvormittag habe es aufgrund des Streiks keinen Gegenzug gegeben, mit dem das Kind hätte zurückgeschickt werden können.


Der Fahrdienstleiter aus Pritzwalk nahm jedoch immerhin Kontakt zum Zugführer auf und wies ihn an, sich um das kleine Mädchen zu kümmern. In Neuruppin nahmen Mitarbeiter der Bahn das Kind in Empfang. Unterdessen brachte die Polizei die Mutter mit einem Streifenwagen nach Neuruppin, wo ihr die Tochter schließlich übergeben wurde.

Die Deutsche Bahn AG entschuldigte sich am Sonntag für den Vorfall. Bahn-Chef Rüdiger Grube wandte sich nach Angaben eines Bahn-Sprechers persönlich an die Mutter. Zudem versprach das Unternehmen, die Hintergründe des Geschehens aufzuklären. Das ist auch dringend nötig, will die Bahn ihr ramponiertes Image in Sachen Kundenpflege und Kinderfreundlichkeit aufpeppen.

In der Vergangenheit hatte die Bahn wiederholt negative Schlagzeilen gemacht, weil Zugbegleiter Jugendliche oder Kinder ohne Fahrschein des Zuges verwiesen hatten. Vor rund einem Jahr hatte eine Schaffnerin in Königs Wusterhausen abends bei klirrender Kälte eine 16-Jährige aus dem Zug geworfen, weil das Mädchen nicht genügend Fahrgeld dabei hatte.

Samstag, 5. März 2011

Soldaten nach Einsatz in Libyen wohlbehalten zurück

Soldaten nach Einsatz in Libyen wohlbehalten zurück

Wunstorf (dpa) - Nach teilweise kritischen Evakuierungseinsätzen in Libyen sind am Samstag rund 150 Bundeswehrsoldaten wohlbehalten wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Diesen Artikel weiter lesen

«Dieser Einsatz ist nicht risikofrei gewesen», sagte Generalleutnant Rainer Glatz vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr, der die Männer in Empfang nahm und ihnen für ihre Arbeit dankte.

Die Soldaten hatten seit Beginn der Unruhen in dem nordafrikanischen Staat 262 Menschen aus Libyen ausgeflogen. Zuletzt holten sie am vergangenen Samstag aus Nafurah im Landesinneren mehr als 100 Ingenieure und Arbeiter, die in Libyen größtenteils in der Ölindustrie unter anderem für die Firma Wintershall tätig waren.

«Die Männer sind auf unsere Maschine zugestürmt, alle wollten mit. Glücklicherweise mussten wir niemanden zurücklassen», sagte ein Oberstaatsfeldwebel aus dem nordrhein-westfälischen Hilden, der den Einsatz mit koordinierte.

Alles verlief bei diesem Einsatz reibungslos, nach 45 Minuten hoben zwei Transall-Maschinen wieder aus der Wüste in Libyen ab. «Viele Männer an Bord haben vor Erleichterung geweint», berichtete ein Oberfeldwebel, der bei den Fallschirmjägern im nordniedersächsischen Seedorf stationiert ist.

Generalleutnant Glatz erläuterte, die Evakuierung aus Nafurah sei nicht unkritisch gewesen. «Wir hatten unseren Flug zwar angemeldet. Sie wissen aber nie, wie die Strukturen und Machtverhältnisse in einem zerfallenden Staat dann wirklich sind.»

Die Bundeswehr beteiligt sich darüber hinaus weiterhin mit drei Schiffen am internationalen Hilfseinsatz unter UN-Schirmherrschaft, der inzwischen angelaufen ist. Zwei Fregatten und ein Versorgungsschiff halten sich vor der Küste Tunesiens auf. Sie sollen von dort in den nächsten Tagen ägyptische Staatsbürger zurück in ihr Heimatland bringen.

Guttenberg-Anhänger und Gegner auf der Straße

Guttenberg-Anhänger und Gegner auf der Straße

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) rechnet mit juristischen Konsequenzen für Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wegen der gegen ihn erhobenen Plagiatsvorwürfe. Böhmer schloss zwar ein späteres Comeback für Guttenberg nicht aus, warnte jedoch dabei vor zu viel Eile. Unterdessen gab es auch erneut Solidaritätsbekundungen für den zurückgetretenen Minister; in mehreren deutschen Städten gingen Bürger für Guttenberg auf die Straße. Es kam allerdings auch zu Gegendemonstrationen.




"Wenn alle Vorwürfe zutreffen, die die Universität Bayreuth bislang geäußert hat, dann wird Herr zu Guttenberg noch Konsequenzen zu tragen haben", sagte Böhmer dem "Hamburger Abendblatt". Zugleich sprach sich Böhmer dafür aus, dem CSU-Politiker eine spätere Rückkehr in die Politik zu ermöglichen. "Ich wäre dafür, erst einmal Zeit vergehen zu lassen und dieses Thema ruhen zu lassen", riet er allerdings vorerst zur Zurückhaltung.

Unterdessen gab es auch neue Solidaritätskundgebungen für Guttenberg. Der Chef der "Jungen Gruppe" jüngerer Unionsabgeordneter im Bundestag, Marco Wanderwitz, attackierte in der "Bild" erneut Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), der offenbar Guttenberg "in seinen schwersten Stunden zusätzlichen Druck gemacht" habe.

Böhmer wies solche Kritik, wie sie zuvor auch CSU-Chef Horst Seehofer geäußert hatte, zurück. "Die Solidarität zwischen Schwesterparteien kann nicht über gravierende Vorgänge hinwegsehen", sagte er dem "Hamburger Abendblatt".

In einigen Städten versammelten sich am Samstag Guttenberg-Anhänger zu Demonstrationen. In der bayerischen Ortschaft Guttenberg, dem Heimatort des CSU-Politikers, beteiligten sich nach einem Bericht von "bild.de" etwa 2000 Menschen, in Rosenheim und München demnach jeweils rund 300. Auch aus anderen Städten wurden meist kleinere Demonstrationen gemeldet. In Berlin hätten allerdings Guttenberg-Gegner demonstriert, die spöttisch auf Plakaten "Jetzt oder nie: Monarchie" oder "Gutti for Kaiser" gefordert hätten.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sprach in diesem Zusammenhang von einer Täuschung. "Ganz viele Menschen haben in Herrn zu Guttenberg große Hoffnungen gesetzt", sagte er der "Rheinischen Post". Dies sei aber "ein Trugbild, wie wir heute wissen".

Tausende Autofahrer in Spanien stecken im Schnee fest

Tausende Autofahrer in Spanien stecken im Schnee fest

Wenige Wochen vor dem Winterende sind tausende Autofahrer in Spanien im Schnee steckengeblieben. Durch starken Schneefall lag zwischen Freitagabend und Samstagfrüh der Verkehr auf der Autobahn nördlich von Madrid lahm, wie ein Sprecher der Verkehrsbehörde der Nachrichtenagentur AFP sagte.


Die Strecke ins nordspanische La Coruña war auf einem Abschnitt von 30 Kilometern Länge sechs Stunden lang blockiert. Wegen der feststeckenden Autos habe es zunächst auch kein Durchkommen für die Schneeräumfahrzeuge gegeben. Später habe sich die Situation jedoch wieder entspannt.