Montag, 26. Dezember 2011

Anonymous hackt Website von US-Sicherheitsfirma

Anonymous hackt Website von US-Sicherheitsfirma


Die Online-Guerilla Anonymous hat offenbar Tausende Kreditkartendaten von Kunden der US-Sicherheitsberatungsfirma Stratfor gestohlen. Sie will eine Million Dollar als Weihnachtsspenden umverteilen. Außerdem soll der mutmaßliche WikiLeaks-Informant Manning in einem schicken Restaurant essen dürfen.


London - "MERRY LULZXMAS!! h0h0h0h0h0", "Wie gefällt euch Lulzxmas bislang?", "Freut ihr euch über die epische Verunstaltung und Zerstörung der Stratfor-Website?", so beginnt das jüngste Bekennerschreiben der Online-Aktivisten Anonymous. Die Gruppe hat am Sonntag offenbar den Server des in den USA ansässigen Sicherheitsberatungsinstituts Stratfor gehackt und eine große Zahl an E-Mail- und Kreditkartendaten gestohlen. "Lulz" kommt von der Abkürzung "lol" (laughing out loud - laut lachen) und steht für die anarchische Grundmotivation von Anonymous.


Einer der Anonymous-Hacker vermeldete über den Kurznachrichtendienst Twitter, die Zugangsdaten für 90.000 Kreditkarten seien geknackt worden. So sei es möglich gewesen, von diesen Karten unfreiwillige Überweisungen im Gesamtumfang von mehr als einer Million Dollar zu tätigen - das Geld sei in Form von Weihnachtsspenden verschenkt worden, teilten die Hacker mit.


Zum Beweis veröffentlichten sie mutmaßliche Online-Überweisungen - so wurden offenbar von dem Konto eines Regierungsmitarbeiters, der für das Homeland Security Department arbeitet, 180 Dollar an das Rote Kreuz überwiesen. Aufgelistet sind der volle Name, Privat- und E-Mail-Adresse sowie die Steuernummer. Auf einem anderen Beleg steht der Name eines langjährigen Mitarbeiters einer texanischen Bankabteilung, der kürzlich in Rente gegangen ist. Der Mann bestätigte laut Nachrichtenagentur AP, er habe am Freitag gemerkt, dass 700 Dollar von seinem Konto abgebucht worden sind - insgesamt seien fünf Überweisungen an Nichtregierungs- und Charity-Organisationen wie Care und Save the Children getätigt worden.

Laut Bekennerschreiben hat die Gruppe Tausende Kreditkartendaten, Passwörter und Privatadressen gestohlen - viele weitere Überweisungen sollen in den nächsten Tagen folgen. Das Pikante: Die Kundenliste von Stratfor ist streng geheim. Per Twitter veröffentlichte Anonymous einen Link, der nach ihrer Darstellung die Kundenliste anzeigt - dazu zählen laut AP das US-Militär, das Polizeidezernat in Miami, Banken, Medienunternehmen wie MSNBC sowie Internetfirmen wie Apple und Microsoft. Die Firmen wollten sich bislang nicht zu dem mutmaßlichen Angriff äußern.



Die Daten waren laut Anonymous nicht verschlüsselt

Für Stratfor könnte die Aktion ein unangenehmes Nachspiel haben, bietet die Firma mit Hauptsitz in Texas laut eigener Aussage ihren Kunden doch politische, ökonomische und militärische Beratung und Analysen an - mit dem Ziel, deren Risiko zu reduzieren. Doch die Stratfor-Daten waren laut Anonymous leicht zugänglich, weil sie nicht verschlüsselt waren. "Nicht mehr so geheim und privat?", verspottet Anonymous die Sicherheitsagentur in ihrem Schreiben.

Die Stratfor-Website wurde zunächst gesperrt. Nachdem sie am frühen Sonntagabend gar nicht aufzurufen war, ist dort später am Abend zu lesen: "Die Seite wird derzeit gewartet. Bitte versuchen Sie es bald noch einmal." Das Unternehmen teilte in einer E-Mail mit, der Server sei abgeschaltet worden, nachdem die Firma erfahren habe, dass die Webseite gehackt worden sei. "Wir haben Gründe anzunehmen, dass Namen unserer Kunden auf anderen Web-Seiten auftauchen", heißt es in der E-Mail, die laut AP von Firmenchef George Friedman unterschrieben wurde.


Die Web-Guerilla, die in der Vergangenheit bereits Firmen wie MasterCard, Visa sowie die Sekte Scientology angegriffen hat, hatte kürzlich bereits mit Stratfor zu tun: Die Sicherheitsberatungsfirma hatte Anfang Oktober ein Video veröffentlicht - darin: Ein maskiertes mutmaßliches Anonymous-Mitglied, das mit der Veröffentlichung der Machenschaften eines der mächtigsten und brutalsten Drogenkartelle Mexikos, Los Zetas, droht, wenn einer seiner Kollege nicht freigelassen werde. Stratfor warnte daraufhin, die Zetas könnten als nächstes zum Gegenschlag gegen Anonymous ausholen.


Bradley Manning soll in den nächsten Stunden ein gutes Essen bekommen

Als Grund für ihre Weihnachtsaktion nennen die Hacker auch die Haft der mutmaßlichen WikiLeaks-Quelle Bradley Manning: "Während die Reichen und Mächtigen sich an ihren gutbürgerlichen Geschenken und verschwenderischen Mahlzeiten erfreuen, hat unser Kamerad Bradley Manning in der Haft keine so gute Zeit", so die Internetaktivisten in ihrem Bekennerschreiben.

Derzeit wird im Rahmen eines Prozesses entschieden, ob der US-Soldat Manning vor ein Kriegsgericht kommt. Er soll geheimes Videomaterial und interne Berichte von US-Botschaften an die Web-Plattform WikiLeaks weitergegeben haben. Anonymous fordert nun: "Wir wollen, dass Bradley Manning an diesem Lulzxmas ein köstliches Essen bekommt. Wir wollen, dass er draußen in einem schicken Restaurant seiner Wahl essen kann, und wir wollen, dass dieses in weniger als fünf Stunden passiert."

Gabriel gegen Rücktritt von Wulff

Gabriel gegen Rücktritt von Wulff



SPD-Chef Gabriel hat sich dafür ausgesprochen, Bundespräsident Christian Wulff im Amt zu halten. Er befürchtet, dass Deutschland in eine schwere Krise schlittern könnte, wenn schon wieder ein Staatsoberhaupt den Hut nimmt. Gleichzeitig fordert er eine „rückhaltlose Aufklärung“.



Es wäre verheerend und nahe an einer echten Staatskrise, wenn innerhalb von zwei Jahren zum zweiten Mal ein Bundespräsident zurückträte“, sagte Sigmar Gabriel der Zeitung „Die Welt“ vom Dienstag. „Rückhaltlose Aufklärung soll nicht zum Rücktritt, sondern zu einer Rückkehr in eine angemessene und glaubwürdige Amtsführung führen.“

Wulff war in den vergangenen Wochen in Kritik geraten, weil er als niedersächsischer Regierungschef einen Privatkredit von der Frau des befreundeten Unternehmers Egon Geerkens angenommen hatte. Als er von den Grünen im Landtag befragt wurde, ob er mit Geerkens geschäftliche Beziehungen unterhalte, verneinte er. Den Kredit ließ er unerwähnt. Später kam heraus, dass der Unternehmer die Kreditbedingungen ausgehandelt hatte und das Geld von einem gemeinsamen Konto stammt. Wulff beteuert, dass die 500 000 Euro aber von Edith Geerkens stammen. Am vergangenen Donnerstag entschuldigte sich Wulff dafür, nicht sofort über den Kredit informiert zu haben.


Gabriel rügt Wulffs Verhalten

Gabriel sagte, es müsse vor allem im niedersächsischen Landtag geklärt werden, ob Wulff sich als Ministerpräsident an Recht und Gesetz gehalten habe. Außerdem gehe es darum, ob Wulff der Öffentlichkeit die Wahrheit gesagt habe. Würden die offenen Fragen nicht beantwortet, wäre „der Schaden für das Amt des Bundespräsidenten und für das Vertrauen in die Politik enorm“.

Träger öffentlicher Ämter dürften auch Fehler machen, müssten aber „besonders klar, eindeutig und glaubwürdig“ damit umgehen, sagte Gabriel. „Taktisches Verhalten und Bauernopfer wie die Entlassung seines Pressesprechers sind fehl am Platz.“

Der SPD-Chef erinnerte daran, dass Wulff „seinen moralischen Anspruch sehr klar formuliert“ habe. Sein Buch „Besser die Wahrheit“ sei ein schönes Beispiel dafür. „Daran muss er sich jetzt messen lassen“, sagte Gabriel.


Gabriel für Offenlegung der Politikereinkünfte

Weiter regte der Sozialdemokrat neue Anstrengungen an, um das Vertrauen der Bürger in die Politik zu stärken. „Die Affäre Wulff berührt nicht nur die Glaubwürdigkeit des Bundespräsidenten. Sie trägt dazu bei, dass das Grundvertrauen in die Politik weiter abnimmt.“ Um der Politikverdrossenheit zu begegnen, brauche man eine „neue Ehrlichkeit. Wir müssen uns an unsere eigenen Regeln halten. Und manchmal müssen wir uns auch neue Regeln geben.“

Er forderte, sämtliche Einkünfte von Politikern sollten offengelegt werden. Die Bürger hätten ein Recht darauf zu wissen, wer ihre Abgeordneten bezahlt. Die Politik müsse sich auch viel mehr wehren gegen die Einflussnahme von Lobbyisten.


„Neue Instrumente direkter Demokratie“

Außerdem müssten „neue Instrumente direkter Demokratie“ geschaffen werden. Volksabstimmungen über Gesetze oder Gesetzesvorhaben auf Bundesebene hätten „eine heilsame Wirkung“ auf die Politik. Gabriel: „Wenn Politiker wüssten, dass notfalls das Volk noch einmal über ein im Parlament verabschiedetes Gesetz abstimmen kann, würden sie sich viel mehr Mühe bei der Gesetzgebung und bei der öffentlichen Begründung geben.“ Dieses Verfahren würde"mehr Ernsthaftigkeit und Substanz in die Politik bringen.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Millionen Amerikaner ohne Strom

Millionen Amerikaner ohne Strom




Gesperrte Straßen, verspätete Flugzeuge und Züge: Millionen US-Bürger sind an der Ostküste von einem Schneesturm überrascht worden. Drei Menschen kamen bereits ums Leben. Mehrere Bundesstaaten haben den Notstand ausgerufen.


New York - So früh wurde die Ostküste der USA seit Jahrzehnten nicht von einem Schneesturm heimgesucht: Über 2,2 Millionen Menschen sind zwischen Maryland und Massachusetts ohne Strom. Nach Angaben der Versorger werden sie noch bis Mittwoch ohne Elektrizität sein. Allein im Raum New York sind mehr als 1,3 Millionen Kunden ohne Strom - wobei "ein Kunde" zuweilen ein ganzer Wohnblock mit Dutzenden oder gar Hunderten Haushalten ist.

Drei Menschen starben nach CNN-Angaben. In Temple in Pennsylvania wurde ein 84-Jähriger in seinem Haus von einem Baum erschlagen, der die Schneelast nicht mehr tragen konnte und durch das Dach brach. In Hebron in Connecticut starb ein Mann in seinem Auto. In Springfield, Massachusetts, starb ein Mann an einem Stromschlag, als er eine Polizeiabsperrung ignorierte und an heruntergerissene Starkstromkabel geriet.


Auf den New Yorker Airports hatten Flüge bis zu 75 Minuten Verspätung. Am Flughafen John F. Kennedy mussten die Reisenden sechs Stunden und mehr Verspätung in Kauf nehmen. Andere Airports schlossen ganz - darunter der internationale Flughafen Newark. Auch die U-Bahnen fuhren unregelmäßig.

Es kam auch zu etlichen Zugausfällen in der Region. An einigen Orten erwarteten die Meteorologen bis zum Sonntag bis zu 25 Zentimeter Schnee. "Das ist sehr, sehr ungewöhnlich", sagte John LaCorte vom Nationalen Wetterdienst in State College, Pennsylvania. Zuletzt wurde in dem US-Staat 1972 ein größerer Schneesturm so früh im Herbst verzeichnet, wie LaCorte sagte. "Das wird sehr gefährlich."

Auf einer Linie zwischen Washington über Philadelphia und New York bis Boston und darüber hinaus sieht es eher nach Weihnachten als nach Halloween aus. In einigen Orten gab es 15 Zentimeter Schnee. Auch im Central Park in New York fielen bis zum Nachmittag etwa drei Zentimeter Schnee.

In New Jersey und anderen Bundesstaaten wurde der Notstand wegen des Stromausfalls ausgerufen. Die Elektrizitätsfirmen ließen Techniker aus anderen Staaten kommen, um die Leitungen zu reparieren.


Es wurde erwartet, dass der Sturm noch schlimmer wird, wenn er weiter nach Norden zieht. Der stärkste Schneefall wurde für Sonntag vorhergesagt. An der Küste wurde mit Windgeschwindigkeiten bis zu 80 Kilometern in der Stunde gerechnet. "Das ist eher wie im Februar", sagte Vaccaro.

Viele Wetterstationen verzeichneten Rekordwerte. Schnee im Oktober ist in der Region ungewöhnlich. Im New Yorker Central Park hat es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1869 erst zweimal im Oktober geschneit - aber noch nie so viel wie jetzt beim dritten Mal.

Drei Tote durch Schneechaos in den USA

Drei Tote durch Schneechaos in den USA

Eine Fahrzeug im US-Bundesstaat New York wird von einem unter den Schneemassen umgestürzten Baum befreit

Ein Schneesturm legt den Nordosten der USA lahm. Flüge fallen aus, bis zu 2,3 Millionen Haushalte bekommen keinen Strom – auch die Demonstranten auf der Wall Street ziehen sich in ihre Zelte zurück. Doch das Gröbste steht noch bevor.

Ein überraschend früher und starker Wintereinbruch mit Schnee und Eis im Nordosten der USA hat am Samstag für Chaos im Flugverkehr und zu massiven Stromausfällen geführt. In 2,3 Millionen Haushalten und Geschäften fiel der Strom aus. An den internationalen Flughäfen in New York warteten Tausende von Menschen auf ihre verspäteten Flüge, in Newark im Bundesstaat New Jersey wurde der Flughafen komplett geschlossen. Auch auf den Straßen und Autobahnen herrschten teilweise chaotische Zustände, Bäume und Strommasten stürzten um. Es kam auch zu etlichen Zugausfällen in der Region. In insgesamt zwölf Bundesstaaten gab es eine offizielle Wintersturmwarnung.

Am meisten von den Stromausfällen betroffen war der Bundesstaat Connecticut. Gouverneur Dannel Malloy schätzte, dass bis Sonntag bis zu 550 000 Haushalte ohne Strom sein würden. „Wer keinen Strom hat, muss damit rechnen, dass er auch längere Zeit keinen Strom haben wird“, sagte er. Eine halbe Million Kunden waren es in New Jersey, darunter auch Gouverneur Chris Christie, der den Notstand in seinem Staat ausrief. Die Elektrizitätsfirmen ließen Techniker aus anderen Staaten kommen, um die Leitungen zu reparieren. In Pennsylvania wurde die Zahl der Haushalte ohne Strom auf knapp 380 000 geschätzt. Allein in der Metropolregion Philadelphia hätten 160 000 Kunden ohne Elektrizität auskommen müssen.



Mehr als 30 Zentimeter Neuschnee

In einigen Orten gab es 15 Zentimeter Schnee. Auch im Central Park in New York fielen bis zum Nachmittag etwa drei Zentimeter Schnee – laut CBS war das der größte Schneefall im Oktober seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1869. Die Demonstranten von „Occupy Wall Street“ verschanzten sich in ihren Zelten. Am stärksten betroffen waren jedoch Gebiete im Landesinneren, vor allem im Osten des Staates Pennsylvania, wie ein Sprecher des Wetterdienstes, Chris Vaccaro, mitteilte. An der Küste wurde mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern in der Stunde gerechnet. „Das ist eher wie im Februar“, sagte Vaccaro.

Der verfrühte Schneesturm sollte nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes bis Sonntag über weite Teile des Nordostens ziehen. Städte wie Allentown in Pennsylvania oder Worcester in Massachusetts mussten nach Angaben des TV-Senders „The Weather Channel“ gar mit mehr als 30 Zentimetern Schnee rechnen. Damit könnte der Sturm einen neuen Rekord für Oktober aufstellen. „Das ist sehr, sehr ungewöhnlich“, sagte John LaCorte vom Nationalen Wetterdienst in State College, Pennsylvania. Zuletzt wurde in dem US-Staat 1972 ein größerer Schneesturm so früh im Herbst verzeichnet, wie LaCorte sagte. „Das wird sehr gefährlich.“


Bereits drei Tote

Bislang hat der Schneesturm mindestens drei Menschen das Leben gekostet. In Pennsylvania kam ein 84-jähriger Mann ums Leben, als ein schneebeladener Baum auf sein Haus stürzte. In Connecticut wurde eine Person bei einem Verkehrsunfall getötet, der auf die Straßenverhältnisse zurückgeführt wurde. In Massachusetts wurde ein 20-Jähiger durch eine herabgestürzte Stromleitung getötet. Es wurde erwartet, dass der Sturm noch schlimmer wird, wenn er weiter nach Norden zieht. Der stärkste Schneefall wurde für Sonntag vorhergesagt.

Die betroffene Region wird nur sehr selten schon im Oktober von Winterwetter mit Minusgraden heimgesucht – in der Regel schneit es dort erstmals im Dezember. Bis Anfang November herrscht häufig der berühmte „Indian Summer“ mit sommerlichen Temperaturen und einer romantischen Laubfärbung. Touristen aus aller Welt machen deshalb zu dieser Zeit des Jahres im Nordosten der USA Urlaub. Der Schnee wird aber laut der Wettervorhersage ganz schnell wieder verschwunden sein – für die Wochenmitte werden wieder Temperaturen im zweistelligen Bereich erwartet.

Samstag, 16. Juli 2011

Termin-Frust und Krawall-Ängste vermiesen den Auftakt

Termin-Frust und Krawall-Ängste vermiesen den Auftakt

Zum Auftakt ein Risikospiel: Cottbus gegen Dresden. Die Zweitligasaison beginnt früh und voller Brisanz. Die Laune ihrer Verantwortlichen ist deswegen schon versaut.

Frankfurts Trainer Armin Veh

Der Plan hörte sich gar nicht schlecht an. Weil die Bundesliga von Jahr zu Jahr beliebter wird, hatte sich der Ligaverband DFL im vergangenen Spätherbst folgenden Gedanken überlegt: Die Zweite Bundesliga mit vielen finanziell wankenden Traditionsvereinen hat sportlich so viel zu bieten, dass sie mal aus dem Schatten der Ersten Liga heraus müsse. Also entschied man sich, den Saisonstart der Liga ein paar Wochen nach vorne zu verlegen – „das Alleinstellungsmerkmal der Liga stand für die meisten eindeutig im Vordergrund“, erklärt Augsburg-Manager Andreas Rettig, dessen Verein zwar mittlerweile erstklassig spielt, der jedoch als DFL-Vorstand an der Spielplanbestimmung beteiligt war.

Doch nun hat man den Salat. Ligaweit machte sich schon vor dem Auftakt an diesem Freitagabend Frust über den frühen Start breit. Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh etwa schimpfte: Für mich ist die Regelung Unsinn. Ein Praktiker kann das nicht initiiert haben.“ Cottbus-Trainer Claus-Peter Wollitz ging noch weiter: „Das ist unverantwortlich. Es ist eine Katastrophe, Schwachsinn, unlogisch.“ Und Hans-Jürgen Boysen, Trainer des FSV Frankfurt, der als einziger der 36 deutschen Profivereine gegen den Frühstart stimmte, sagt: „Ich sehe keine stichhaltigen Argumente dafür.“

Dresden hat nur einen Stürmer
 
Die Trainer fürchten Verletzungen wegen der kurzen Pause. Manche Vereine, etwa 1860 München, gaben ihren Spielern nur rund zweieinhalb Wochen frei, ehe sie zur Vorbereitung auf die neue Saison wieder antreten mussten. „Man muss aufpassen, dass man nicht überzieht. Die Spieler hatten kaum Regeneration“, sagte 1860-Trainer Reiner Maurer, und Aachens Coach Peter Hyballa erklärte: „Das ist einfach zu wenig. Mich würde mal interessieren, ob Mediziner oder Sportwissenschaftler dabei waren, als über den frühen Start gesprochen wurde.“

Neben den erwarteten Verletzungen aufgrund der arg verkürzten Erholungsphase, mit denen Aachens Manager Erik Meijer ab „Ende September, Anfang Oktober“ rechnet, ärgern sich die Vereine auch darüber, dass sie ihre Kader kaum planen konnten. Dresdens Trainer Ralf Loose etwa schimpfte, nach dem Aufstieg keine Zeit gehabt zu haben, seine Abgänge zu ersetzen. Nun hat er beim Saisonstart in dem Tschechen Pavel Fort nur einen Stürmer im Kader und sagt: „Natürlich habe ich Angst, dass er sich verletzt, denn dann stehe ich ohne Angriff da. Wir brauchen noch fünf Spieler.“


„Der Markt ist tot“
 
Und bei 1860 München haben sie sich nach der vermiedenen Pleite durch den Einstieg des arabischen Investors Hasan Ismaik einen derart knallharten Sparplan auferlegt, dass sie jene Spieler, die in ihren Augen zu viel Geld verdienen, lieber heute als morgen abgeben möchten. Das einzige Problem dabei: Noch gibt es keine Anfragen. 1860-Sportchef Florian Hinterberger erklärt: „Wir wollen Antonio Rukavina und Djordje Rakic abgeben. Aber der Markt ist tot. Wir Zweitligisten sind eben viel früher dran als alle anderen, da müssen wir uns gedulden.“

Doch die Terminierung ist nicht mal das größte Problem, mit der die Zweite Liga in die neue Saison startet. Weitaus größere Sorgen bereitet den Vereinen die Vielzahl sogenannter Risikospiele, die durch die brisante Ligakonstellation entsteht. Die Anhänger aller drei Aufsteiger – Dresden, Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig – sind nicht unbedingt für ihr friedliches Auftreten bekannt. Und dass die Fans von Erstligaabsteiger Eintracht Frankfurt zuletzt sogar selbst als „Randalemeister“ feierten, löst bei den Zweitligaverantwortlichen auch nur geringe Begeisterung aus. Da überrascht es kaum, dass Rainer Wendt, der Vorsitzende der deutschen Polizeigewerkschaft, zuletzt vermutete: „Die Zweite Liga droht zur Chaos-Liga zu werden.“

Look des Tages: Brooklyn Decker

Look des Tages: Brooklyn Decker

In den USA ist sie in aller Munde: Brooklyn Decker ist Model, Schauspielerin und, nebenberuflich, Frau von Andy Roddick. Wem der Name kein Begriff ist, der sollte die nachfolgenden Bilder nicht versäumen. Für ihren Körper — und ihre Schuhe — braucht diese heiße Blondine nämlich einen Waffenschein.

Brooklyn Decker in scharfen Tretern (Bilder: Splash/WireImages)

Ihr Vorname steht für ein New Yorker Stadtviertel. Sie ist ein amerikanisches Model und war auf dem Cover der „Sports Illustrated" zu sehen. Als Schauspielerin hatte sie erst kleinere Nebenrollen in Fernsehserien wie „Chuck" oder „Ugly Betty". 2011 folgte dann ihr Kino-Debüt in der Komödie „Meine erfundene Frau" an der Seite von Adam Sandler und Jennifer Aniston. Brooklyn Decker ist ein wahrer Hingucker und außerdem mit Andy Roddick verheiratet. Doch es ist nicht der US-Tennisspieler, um den wir sie beneiden. Es ist ihr sexy Lederkleid und die scharfen Schuhe, die sie auf den ESPY Awards in Los Angeles trug.

In einem roten, hautengen Lederdress von Jay Ahr und goldenen High-Heels von Christian Louboutin war Brooklyn Decker sofort im Blitzlichtgewitter der Fotografen gefangen. Nur zu Nahe durften sie der Blondine nicht kommen. Schließlich herrscht bei den Schuhen mit den scharfen Spitzen aus Metall tatsächlich Verletzungsgefahr. Letztes Jahr veröffentlichte bereits Kim Kardashian ein Foto der trendigen Treter auf ihrer Webseite und schrieb: „Hab mich an einer der Spitzen geschnitten. Diese Schuhe sind gefährlich."

Die Hacken sind allerdings nicht nur bedrohlich, sondern zaubern auch wunderschöne, lange Beine. Die goldene Farbe bildet einen tollen Kontrast zum schulterfreien, blutroten Kleid, das die sexy Kurven der 24-Jährigen betont. Für den perfekten Stilbruch zum dunklen Gothic-Look des Kleides sorgen die gold schimmernden, leicht hochgesteckten Haare des Models. Dieser Style ist eindeutig hot!

Doch wie findet ihr den Look von Brooklyn Decker? Sind die Schuhe scharf oder nicht?

Dienstag, 5. Juli 2011

3-D ohne Brille

3-D ohne Brille

Zur IFA will Toshiba einen 3-D-Fernseher vorstellen, der ohne Brille funktioniert
Erst wenn für 3-D-Fernseher keine Brillen mehr nötig sind, dürfte die dritte Dimension den TV-Massenmarkt erobern. Toshiba will zur IFA mit einem Seriengerät vorpreschen. Auch ein Notebook des Herstellers arbeitet mit brillenloser 3-D-Technologie.

Die IFA wirft ihren Schatten voraus. Bereits zwei Monate vor dem Start der internationalen Technikmesse haben mehrere Hersteller Journalisten erste Einblicke in die Neuheiten gegeben, die sie im September in Berlin präsentieren werden. Einer der wichtigsten Trends seit zwei Jahren: 3-D – kein Produzent von Fernsehgeräten kommt an diesem Thema vorbei.

Doch der Massenmarkt ist von der dritten Dimension noch nicht durchdrungen. Nicht zuletzt die Notwendigkeit, für den 3-D-Konsum von Filmen oder Games eine spezielle Brille tragen zu müssen, steht gegen eine massenhafte Verbreitung der zukunftsträchtigen Technologie.

Toshiba setzt deswegen bereits auf die nächste Generation der räumlichen Wahrnehmung – und bringt mit dem Qosmio F750 ein 3-D-fähiges Notebook auf den Markt, das ohne eine Sehhilfe auskommt. Per Knopfdruck kann man auf dem High-End-Computer zwischen 2-D und 3-D wechseln, auch die gleichzeitige Darstellung dieser beiden Ansichten ist möglich. Dass so etwas durchaus funktioniert, hat zum Beispiel Nintendo mit seiner Spielkonsole 3DS vorgemacht. Der Qosmio F750 soll bereits im Sommer für 1649 Euro in der

Auch im TV-Bereich wird fieberhaft an der brillenlosen 3-D-Technologie gearbeitet – denn dies dürfte den Durchbruch für das räumliche Fernsehen bedeuten. Allerdings ist mit einer größeren Anzahl ausgereifter Geräte erst in ein paar Jahren zu rechnen, denn die Bildqualität ist noch nicht auf dem Stand aktueller Fernseher. Ein Problem dabei: Die Rechenleistung von High-End-Computern reicht zwar in der Regel aus, um brillenlose 3-D-Bilder zu erzeugen, aber Fernseher sind in der Regel nicht mit entsprechend leistungsstarken Prozessoren ausgestattet.

Deutlich höherer Preis

Toshiba macht nun Ernst und will auf der IFA TV-Geräte zeigen, die mit einer erweiterten Multi-Prozessor-Plattform arbeiten und so 3-D-Fernsehen ohne Brille ermöglichen sollen. Die Fernseher mit Diagonalen von über 40 Zoll sollen dreidimensionalen Filmkonsum für mehrere Zuschauer gleichzeitig ermöglichen – also nicht nur für die Person, die frontal und mittig vor dem Fernseher sitzt. Ob sie bereits eine wirkliche Alternative zu herkömmlichen Geräten bieten können, muss sich dann aber noch erweisen. Die brillenlosen 3-D-Fernseher sollen 2012 auf den Markt kommen – und sie werden nach Auskunft eines Toshiba-Sprechers im Preis deutlich über bislang erhältlichen TV-Geräten liegen.