Mittwoch, 4. Mai 2011

Hollywood? Nein, Weißes Haus

Hollywood? Nein, Weißes Haus


Es sind Innenansichten eines Triumphs: Der Fotograf Pete Souza hat in kraftvollen Bildern dokumentiert, wie Barack Obama und sein Stab die Todeshatz auf Bin Laden verfolgen. Die Inszenierung soll den US-Präsidenten als Macher in Szene setzen - das haben schon seine Vorgänger bestens verstanden.


Wer wirklich hinter die Kulissen im Weißen Haus schauen will, darf nicht Berater sein, schon gar nicht Journalist, nicht einmal unbedingt Politiker. Er muss Fotograf sein.

"White House Photographer", so der offizielle Arbeitstitel, schießen Bilder für die Ewigkeit, nicht für die nächste Ausgabe. Sie sollen eine Präsidentschaft für die Ewigkeit inszenieren, sie arbeiten schließlich für den Präsidenten. Die Bilder von John F. Kennedy im Oval Office, beim Spiel mit seinen kleinen Kindern, vom strahlenden Ronald Reagan während eines Staatsbanketts, vom noch jugendlich wirkenden Bill Clinton im Rosengarten, sie wirken bis heute.


Im Gegenzug erhalten die Kamerakünstler fast unbegrenzten Zugang, sie sind oft noch im Raum, wenn der Präsident in ganz kleinem Kreis spricht. Ihren besten Fotografen vertrauen viele Präsidenten mehr als ihren Leibwächtern. Pete Souza heißt der aktuelle Chef-Fotograf von Barack Obama, er ist gebürtiger Portugiese und hat schon für Reagan gearbeitet. Über ihn ist sogar ein Dokumentarfilm erschienen, "The President's Photographer" heißt er.

Souza war auch dabei, als eine der geheimsten US-Militäraktionen aller Zeiten befohlen wurde, die Tötung Osama Bin Ladens. Das Weiße Haus hat - in perfekter Inszenierung des Sieges - seine Bilder nun online gestellt, eine kleine Auswahl zumindest. Und vor allem ein Bild: Souza hält den Moment fest, als noch nicht geklärt ist, ob der Einsatz der Navy Seals gegen Osama Bin Laden gelingt oder nicht. Als unklar ist, ob der kleine Kreis von Mächtigen im Situation Room des Weißen Hauses gerade den wohl größten Triumph von Obamas Amtszeit erlebt - oder Dutzende amerikanischer Elitesoldaten in den Tod schickt und so vielleicht auch die eigene politische Karriere ruiniert.

Im Nahkampf gegen einen Massenmörder

Als Souza auf den Auslöser drückt, sieht man Barack Obama leicht vornüber gebeugt sitzen, er starrt direkt auf einen Bildschirm, dort wird die dramatische Aktion wohl übertragen. "Wie ein Laser" sei sein Blick gewesen, schreibt die "New York Times" darüber. Vize-Präsident Joe Biden sitzt neben ihm, hemdsärmelig, nichts ist zu sehen von der Flapsigkeit, die ihm manchmal zu eigen ist. Gegenüber von den beiden Männern sind Verteidigungsminister Robert Gates und Außenministerin Hillary Clinton abgebildet, auch sie mit ernsten Gesichtern, Clinton hat ihre Hand vor den Mund gelegt, als könne sie die Spannung gar nicht mehr ertragen. Es ist dieselbe Clinton, die im Wahlkampf einst laut Zweifel anmeldete, ob Obama überhaupt in der Lage sei, eine gefährliche außenpolitische Situation zu handhaben.

Natürlich wollen Obamas Berater diese Bilder veröffentlichen, schließlich sind es nun die Aufnahmen eines Triumphs. Es zeigt, wie dramatisch der Einsatz verlief, wie viel Mumm es brauchte - es war ja keine ferne Drohne, die den Terrorfürsten tötete, es waren Soldaten im Nahkampf gegen einen Massenmörder.

Sie sollen auch belegen, wie involviert der Präsident selbst in der Planung der Aktion war, persönlich soll er neun Treffen im Oval Office dazu geleitet haben - und darauf bestanden haben, dass man die Anlage nicht einfach bombardiert, sondern Bin Laden direkt angreift.

US-amerikanische Präsidenten haben sich immer über Bilder definiert. Ronald Reagans Kommunikationschef plante dessen Tag so geschickt, dass es immer mindestens eine Gelegenheit für einen schönen Schnappschuss gab.

Im Internet-Zeitalter ist dies noch leichter geworden, die Berater im Weißen Haus müssen gar keine Abnehmer mehr finden. Es reicht ja, die Schnappschüsse online zu stellen. Obamas Team hat das schon oft getan, etwa auf der Internetplattform Flickr, auch mit den besten Aufnahmen aus dem triumphalen Wahlkampf. Obamas persönlicher Assistent hat stets wild geknipst, selbst diese Aufnahmen waren irgendwann zu sehen. So steuerten die Helfer geschickt selbst, wie sich ihr Chef ins Gedächtnis der Öffentlichkeit einbrennen sollte.

Lernen aus den Fehlern mit Saddam Hussein

Die Foto-Strategen überlegen aber auch, welche eher privaten Bilder aus dem innersten Kreis zur Veröffentlichung gedacht sind und welche nicht. Als die einstigen Rivalen Obama und Clinton sich nach der Verabschiedung der Gesundheitsreform umarmten, waren die Aufnahmen davon sehr schnell öffentlich zu sehen.

Man kann diese Inszenierung journalistisch fragwürdig finden, schließlich drucken und verbreiten viele Medien so Bilder, die eigentlich im PR-Auftrag entstanden. Mitglieder des White House Press Corps, die ohnehin ihren Bedeutungsverlust im Internet-Zeitalter beklagen, murren zudem, dass sie manchmal bei Obama-Terminen draußen bleiben müssen. Sie können dann nur auf Souzas Bilder hoffen - die den Präsidenten garantiert nicht in schlechtem Licht zeigen.

Dennoch sind dessen gesammelte Aufnahmen auch eine erste Momentaufnahme geschichtlicher Ereignisse, aller Inszenierung zum Trotz. Und, immerhin, ein wenig stolz kann Amerika ja auch sein auf die Aufnahme der entschlossenen Obama-Krieger aus dem Situation Room des Weißen Hauses. Es zeigt eine Supermacht, die entschlossen handeln kann. Es zeigt nicht: den toten Terrorfürsten. Noch nicht jedenfalls.


Als die Regierung von George W. Bush den irakischen Diktator Saddam Hussein aufspürte, kursierten rasch Bilder vom verdreckten Hussein in einem Erdloch. Der große USA-Widersacher sollte noch einmal klein gemacht werden.

Es war ebenfalls ein amerikanischer Triumph über einen furchtbaren Diktator. Doch es wirkte auch ein wenig schäbig. Diesmal sehen wir Amerikas Stärke - ohne Demütigung.

Montag, 2. Mai 2011

Sony entschuldigt sich für Datenklau

Sony entschuldigt sich für Datenklau

Mit einer tiefen Verbeuung entschuldilgte sich die Sony-Führung
Erstmals hat sich Sony nach Bekanntwerden des Datendiebstahls im Playstation-Netzwerk öffentlich geäußert. Der Konzern gelobte Besserung – und lockt mit einem Gratisangebot.

Der japanische Elektronikkonzern Sony hat sich für Sicherheitslücken in dem Datennetzwerk der Spielekonsole PlayStation entschuldigt und Entschädigungsleistungen angeboten. „Wir entschuldigen uns zutiefst für die großen Sorgen und den Ärger, den wir unseren Kunden bereitet haben“, sagte Sony-Vize Kazuo Hirai am Sonntag auf einer Pressekonferenz, bevor er sich zusammen mit Vorstandskollegen tief und lange verbeugte.

Es war die erste öffentliche Äußerung von Sony nachh Bekanntwerden des beispiellosen Datenklaus von 77 Millionen Nutzern. Die Sicherheitslücke hatte nicht nur PlayStation-Spieler weltweit aufgeschreckt, sondern auch Datenschützer auf den Plan gerufen. Sony erklärte, die Sicherheitsmaßnahmen des Computer-Systems seien verbessert worden. Es seien höhere Standards für den Datenschutz und die Verschlüsselung eingeführt worden. Die US-Ermittlungsbehörde FBI sei um Hilfe gebeten worden.

Einige Dienste gehen wieder online


Um eine Kundenflucht zu Konkurrenzprodukten wie der Wii von Nintendo oder der XBox von Microsoft zu vermeiden, bietet Sony nun Kunden an, einige Dienste kostenlos in Anspruch zu nehmen. Sie können beispielsweise einen Monat die Premium-Angebote ohne zusätzliche Kosten nutzen. Nach dem Datenklau, der zwischen dem 17. und 19. April stattgefunden haben soll und erst kürzlich bekannt wurde, sperrte Sony den Online-Service der Playstation. In der neuen Woche sollen laut Sony einige Dienste wieder aufgenommen werden. Auf der Plattform können Interessenten Spiele im Internet kaufen und auch online gegeneinander antreten.

Sony-Kunden, Datenschützer und Politiker hatten vor allem kritisiert, dass der massive Datenklau erst mit Verzögerung veröffentlicht wurde. „Wir haben die Erklärung so früh wie möglich bekanntgegeben, was sich als Tag nach der Lancierung (des Tablets) herausstellte“, sagte Hirai, der Nachfolger von Sony-Chef Howard Stringer werden soll. Wenige Stunden vor der Veröffentlichung hatte Sony als großer Nachzügler der von Apples iPad dominierten Branche seinen neuen Tablet-Computer vorgestellt

Sony kämpft im Geschäft mit Spielekonsolen um wichtige Marktanteile. Der Datendiebstahl, bei dem persönliche Daten wie Namen, Anschriften, Email-Adressen, Geburtsdaten, User-Namen und Passwörter abgegriffen wurden, könnte die Bilanz des Konzerns belasten, der zudem unter den Folgen des Erdbebens und Tsunamis leidet. Hirai betonte, Sony könne noch nicht einschätzen, wie sich der Hacker-Angriff auswirken werde. Die Playstation-Plattform trägt schätzungsweise 500 Millionen Dollar zu den jährlichen Umsätzen bei. Die Sony-Aktie befand sich in der vergangenen Woche auf Talfahrt. Am Donnerstag – vor dem Feiertag am Freitag – verlor sie in Tokio 4,5 Prozent.

Anonymus will mit Angriff nichts zu tun haben
 
Die Netzaktivisten-Gruppe Anonymous, auf die der Verdacht gefallen war, hinter dem Datenklau zu stecken, meldete sich derweil erneut zu Wort. Anonymus fühle sich als Sündenbock missbraucht, teilten Vertreter der Gruppierung FOCUS per E-Mail mit. Ihre Vereinigung stehe für den Schutz privater Daten und habe keinerlei finanzielle Interessen, schreiben sie.

Anonymous hatte noch bis Anfang April Sony-Server mit so genannten DDoS-Attacken traktiert, weil der Konzern den Playstation-Hacker GeoHot verklagt hatte. „Sony hätte spätestens nach unseren Attacken vor einigen Wochen klar sein müssen, dass ihre Netzwerkstruktur nicht sicher ist“, so die Anonymus-Vertreter zu FOCUS.

Wir haben gewonnen!

Wir haben gewonnen!



Die USA sind ein einziges Fahnenmeer: Amerikaner im ganzen Land feiern die Nachricht vom Tod des Top-Terroristen Osama bin Laden. Tausende strömen auf die Straßen der Metropolen Washington und New York.

Jubelnde Massen feierten den Tod des Top-Terroristen Osama bin Laden. In der Hauptstadt Washington glich das Gelände rund um das Weiße Haus einem tosenden Volksfest. Trommeln, Trillerpfeifen und Hupkonzerte begleiteten wilde Freudentänze.

„USA, USA!“, tönten in der Nacht zum Montag (Ortszeit) Sprechchöre durch Meere amerikanischer Flaggen. „Wir haben ihn! Wir haben unsere Gerechtigkeit“, riefen die Menschen. Auch in New York hielt es die Menschen nicht in ihren Häusern. Noch während Präsident Barack Obama im Fernsehen eine Ansprache hielt, strömten Tausende zu Ground Zero und zum Times Square.

Gedenken an Opfer des 11. September

„Ich dachte, wir würden Osama niemals fangen“, stammelte ein sichtlich gerührter Mann in der Menge am Times Square. „Und heute überwältigt die Nachricht die ganze Nation.“ Ein Feuerwehrmann gedachte der Opfer der El-Kaida-Anschläge vom 11. September 2001 in New York. „9/11 hat mein Leben auf schreckliche Weise verändert“, sagte der Mann an der Stelle, an der einst die Türme des World Trade Centers standen. „Aber heute haben wir Gerechtigkeit erfahren. Es ist Krieg, und ich fühle: Wir haben gewonnen.“ Viele schwenkten US-Fahnen, Champagnerkorken knallten. „Was für ein wunderbarer Tag“, rief ein New Yorker aus. „Endlich ist es soweit.“

Rund um das Weiße Haus feierte die Menge lautstark Präsident Barack Obama. „Er hat die nächste Wahl schon gewonnen“, strahlte ein Washingtoner. Während der Wohnsitz des Präsidenten gleißend angestrahlt in der milden Nachtluft lag, war draußen der Bär los. Menschen aller Nationen und Hautfarben umarmten sich und stimmten mit Sprechchören und Liedern in die Hupkonzerte der Autokorsos ein. „Ich habe die Nachricht im Fernsehen gehört und bin aus dem Bett gesprungen, um sofort hier zu sein“, sagte eine Frau in Jogginghosen. Neben ihr ein Mann im Smoking, der von einer Abendgala gekommen war.

Ausgelassene Freude
 
Polizei- und Krankenwagen säumten das Viertel. Die Sicherheitskräfte freuten sich zusammen mit den Feiernden. Keiner griff ein, als ein in einer US-Flagge gehüllter Mann einen Laternenmast vor dem Haus der Obamas erklomm, um das „Star Spangled Banner“ dort unter dem Jubel der Menge zu befestigen. „Yes, you can!“, feuerte ihn die begeisterte Masse an.

Unter Hunderten US-Flaggen wehten vereinzelt auch arabische Banner. „Das ist sehr mutig und schön“, sagte ein Mann. „Moslems und Christen freuen sich an diesem Tag gemeinsam darüber, dass ein Massenmörder tot ist.“

Im Januar vergangenen Jahres feuerten US-Soldaten noch auf Osama bin Laden aus Papier. Eineinviertel Jahre später, am 1. Mai 2011, wurde daraus Realität: Eine US-Spezialeinheit erschoss ihn in Pakistan.

Samstag, 30. April 2011

Japans Atomberater wirft Regierung Rechtsbruch vor

Japans Atomberater wirft Regierung Rechtsbruch vor

Weinender Atomberater Kosako: "Ich kann das als Wissenschaftler nicht zulassen"



Der Atomberater des japanischen Ministerpräsidenten hat seinen Rücktritt erklärt - weil die Regierung nach seiner Ansicht geltendes Recht bricht. Japans Führung findet ihr Krisenmanagement zwar weiter tadellos, doch viele Menschen sehen das mittlerweile anders.

Tokio - Es war ein Abgang voller Wut und Trauer. Toshiso Kosako, offizieller Atomberater der japanischen Regierung, hat seinen Job hingeschmissen. Die Regierung halte sich nicht an geltende Gesetze, beklagte Kosako unter Tränen bei einer Pressekonferenz. Sein Eindruck sei, dass man sich nur mit Notlösungen und Provisorien über die Zeit rette, anstatt eine wirkliche Lösung für die Atomkrise zu suchen.

Das Kabinett habe seinen Rat zum Umgang mit der Krise von Fukushima ignoriert. Und weil niemand auf ihn höre, habe es "keinen Sinn, dass ich auf meinem Posten bleibe", sagte Kosako. So sei der von der Regierung eingeführte Grenzwert von 20 Millisievert pro Jahr für die Strahlenbelastung von Schülern in der Nähe von Fukushima inakzeptabel. "Ich kann das als Wissenschaftler nicht zulassen", sagte Kosako.



Zum Vergleich: Der Wert entspricht der Höchstdosis für einen deutschen Atomkraftwerksmitarbeiter. Zahlreiche Experten hatten sich bereits kritisch zu diesem Grenzwert für die Schüler geäußert. "Das ist viel zu viel", sagt Shaun Burnie, der als unabhängiger Experte für Greenpeace arbeitet, dem SPIEGEL. "Kinder sind doch viel strahlenempfindlicher als Erwachsene." Edmund Lengfelder vom Otto Hug Strahleninstitut beklagte: "Man nimmt damit ganz bewusst zusätzliche Krebsfälle in Kauf. Durch den Grenzwert ist die Regierung juristisch aus dem Schneider - moralisch aber nicht."

Parlament beschließt Nothaushalt

Bei seinem Rücktritt kritisierte Regierungsberater Kosako nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo auch mangelnde Transparenz bei der Strahlungsmessung rund um die Meiler von Fukushima und die Anhebung der Grenzwerte für Arbeiter in der Anlage. Der Professor für atomare Strahlung an der Universität Tokio war im März von Ministerpräsident Naoto Kan zum Regierungsberater ernannt worden. Das Amt gilt in Japan als prestigeträchtig. Es kommt äußerst selten vor, dass Wissenschaftler solch einen Posten aus Protest räumen.


Ministerpräsident Kan verteidigte das Krisenmanagement seiner Regierung am Samstag noch einmal. Man stütze sich auf die Empfehlungen eines Expertenkomitees, sagte er im Parlament. Kosako sei aufgrund von Meinungsverschiedenheiten unter Fachkollegen zurückgetreten. "Wir begrüßen unterschiedliche Sichtweisen unter unseren Beratern", so Kan. Das Unterhaus des Parlaments beschloss am Samstag einen Nothaushalt im Umfang von 48 Milliarden Dollar, um die Schäden in den verwüsteten Landesteilen langsam auszubessern. Am Montag muss noch das Oberhaus des Parlaments zustimmen.


In einer Umfrage der Agentur Kyodo erklären 76 Prozent der befragten Japaner, sie seien unzufrieden mit Kans Führung nach Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe. Knapp ein Viertel forderte, der Ministerpräsident solle sofort zurücktreten. Im Yoyogi Park in Tokio trafen sich am Samstag rund 450 Demonstranten, um gegen die Regierung zu protestieren. Sie schlugen Trommeln und skandierten Parolen gegen die Atomkraft. "Elektrizität in Tokio - Opfer in Fukushima" war auf einem Transparent zu lesen. "Ich wusste immer, dass Atomkraft gefährlich ist", sagte eine der Demonstrantinnen, Yoshiko Nakamura. "Das ist eine gute Möglichkeit, meine Ängste zu äußern."

Die deutsche Botschaft in Japan arbeitet seit Freitag wieder vollständig von Tokio aus. Das hat das Auswärtige Amt mitgeteilt. Die Auslagerung nach Osaka sei beendet. Mitte März war der Botschaftsbetrieb von der japanischen Hauptstadt zunächst komplett in die etwa 500 Kilometer entfernte Stadt verlegt worden. Hintergrund waren Bedenken wegen radioaktiver Strahlung aus der Atomanlage in Fukushima. Zuletzt waren Botschaftsmitarbeiter sowohl in Tokio als auch in Osaka tätig.


Mittwoch, 20. April 2011

Ich heirate eine Familie

Ich heirate eine Familie

Sie lebt den Traum vieler junger Frauen: Kate Middleton wird am 29. April Prinz William heiraten. Geboren wurde die Prinzessin in spe am 9. Januar 1982 in Reading.

Wenn Prinz William seine Kate am 29. April zum Traumaltar führt, heiratet er nicht nur seine große Liebe. Obendrauf erhält er eine neue Familie. Doch wer sind eigentlich diese Middletons?

Kein Schritt mehr ohne Paparazzi. Beim Einkaufen. Beim Essen. Bei der Arbeit. Versteckt hinter Hauseingängen, rasend auf Motorrädern. Seit der Verlobung von Kate Middleton mit Prinz William im vergangenen November steht die ganze Familie der Braut im Licht der Öffentlichkeit. Kurz vor Ostern wurde es den Middletons jedoch zu viel: Sie reichten einen Antrag bei der britischen Kommission für Pressebeschwerden ein. „Die Middletons geben ihrer Besorgnis Ausdruck“, versuchte eine Sprecherin des Königshauses den Vorgang herunterzuspielen. Der Sender BBC berichtete jedoch, der Palast plane, hart gegen Fotografen vorzugehen, die insbesondere das Brautpaar verfolgten. Welche Mittel man in dem Fall ergreifen könne, wollte die Sprecherin nicht sagen: „Darüber spekulieren wir nicht.“

Die Verfolgung durch die Paparazzi kommt nicht von ungefähr: Während Kate Middleton seit Jahren im Rampenlicht steht, ist über ihre Familie nur wenig bekannt. Diskretion wird groß geschrieben – bis zur Verlobung hat kein Familienmitglied ein Interview gegeben. Umso stärker ist nun das Verlangen der britischen Öffentlichkeit nach Informationen. Doch auch jetzt, eine Woche vor der Trauung in der Westminster Abbey in London, geben die Middletons nur das Nötigste über sich preis.

Keine armen Leute

Gesichert ist jedoch: So kleinbürgerlich wie gern getan wird, sind die Middletons nicht. Väterlicherseits stammt Kate von der Familie Lupton ab, deren Mitglieder im 18. Jahrhundert wohlhabende Wollhändler waren und zu großem wirtschaftlichen Reichtum kamen. Auch König Edward III. und dessen Frau Philippa von Hennegau gehören zu ihren Vorfahren. Mütterlicherseits stammt Kate von Minenarbeitern aus County Durham ab.

Verschmelzen taten diese zwei unterschiedlichen Familien, als sich Kates Eltern in den 1970er-Jahren während ihrer Arbeit bei der Fluggesellschaft British Airways kennenlernten. Mutter Carole war Stewardess, Vater Michael Pilot. Mitten in der Thatcher-Ära machten sich die zwei selbstständig und gründeten das Versandhaus „Party Pieces“, das sich auf Accessoires für Kindergeburtstage spezialisierte. Wie die Zeitung „Die Welt“ berichtete, erreichte das Betriebsvermögen bald die Millionengrenze.

Die Middletons konnten sich dadurch nicht nur ein stattliches Anwesen in Bucklebury, einem Ort in der Grafschaft Berkshire, leisten. Sondern auch die horrenden Gebühren für die Privatschule Marlborough College: Zwischen 17 500 Euro und 23 600 Euro kostet hier ein Schuljahr. Und das mal drei: Denn nicht nur Kate besuchte die Schule, sondern auch ihre jüngeren Geschwister Philippa, genannt Pippa, und James.

Schwester Pippa auf der Überholspur

Über den Bruder ist wenig bekannt. 1987 geboren, soll er heute als Geschäftsmann arbeiten. Die 27-jährige Pippa gilt dagegen als „Socialite“. Seit 2008 arbeitet sie in London für eine Event-Firma, wurde im selben Jahr vom Magazin „Tatler“ zur begehrenswertesten Single-Frau der britischen Gesellschaft gekürt. Damit verwies sie sogar Prinzessin Eugenie, die Tochter von Prinz Andrew, auf die Plätze. Die Schriftstellerin Plum Sykes sagte über sie: „Pippa ist die Glücklichste von allen. Sie kriegt die richtige Art von Aufmerksamkeit von Männern, Modedesignern und Gastgebern und hat nicht irgendeine Verpflichtung. Sie wurde zu einer Prinzessin ganz ohne Schattenseiten.“

Pippas Popularität scheint sogar noch zu steigen: Laut „Yahoo“ wuchs die Zahl der Suchanfragen um 200 Prozent an. Und da Schwester Kate ab dem 29. April unter der Haube ist, dürfte dies noch lange so bleiben.

Onkel mit Hang zu Joints

Ein „schwarzes Schaf“ darf Familie Middleton natürlich auch nicht fehlen: Diesen Part übernimmt Onkel Gary Goldsmith. Wie die Illustrierte „Bunte“ berichtete, soll der Bruder von Kates Mutter angeblich brasilianische Prostituierte für 700 Euro die Nacht vermitteln. Ob das stimmt, bleibt dahingestellt. Allerdings scheint er ein lockeres Verhältnis zu Drogen haben: Unlängst wurde der 50-Jährige von Reportern der englischen Zeitung „News of the World“ in seiner „Villa De Bang-Bang“ auf Ibiza besucht. Seine erste Frage an die Journalisten: „Möchte jemand einen Joint?“ Zur Hochzeit am 29. April ist er dennoch eingeladen.

Sonntag, 17. April 2011

Wind und Wasser günstiger als Kohle und Atom

Wind und Wasser günstiger als Kohle und Atom

In Umfragen gehen die Bundesbürger immer deutlicher auf Distanz zur Atomkraft


Die Kosten der Energiewende bleiben umstritten: Während der Atomausstieg laut Regierung mehrere Milliarden Euro kostet, hält Greenpeace die Kosten für Strom aus Atomkraft und Kohle für höher als offiziell angegeben.

Nach einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace ist Strom aus Wind- und Wasserkraft schon heute günstiger als Strom aus Kohle und Atom. Würden sämtliche Kosten und milliardenschwere staatliche Förderung für konventionelle Energien berücksichtigt, koste insbesondere Atomstrom in Wirklichkeit fast doppelt so viel wie Wasserkraft und zwei Drittel mehr als Windenergie.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Steinkohle seit 1970 mit 288 Milliarden Euro gefördert wurde, Atomenergie mit 196 Milliarden und Braunkohle mit 67 Milliarden. Erneuerbare Energien werden erst seit 1990 gefördert und kommen deswegen nur auf rund 39 Milliarden Subventionen. Zudem sei die Förderung der erneuerbaren Energien laut Studie transparenter und werde explizit im Strompreis ausgewiesen. Die Förderung von Strom aus Kohle und Atomkraft sei für den Verbraucher hingegen nicht immer sichtbar.

„Die ganze Energiedebatte krankt daran, dass für Atom und Kohle die tatsächlichen gesellschaftlichen Kosten nicht ehrlich beziffert werden“, kritisierte Robert Werner, Vorstand der Energiesparte Greenpeace Energy. Die Deutsche Umwelthilfe warnte in einer Erklärung davor, die „von interessierter Seite forcierte unseriöse Kostendebatte als Handbremse gegen die Umsetzung einer umfassenden Energiewende einzusetzen“.

Subventionen für energieintensive Industrie gefordert
 
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten sich als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe in Japan darauf verständigt, dass Bundestag und Bundesrat bis Mitte Juni die nötigen Gesetzesänderungen für eine Abkehr von der Atomkraft beschließen sollen.

In ihrem wöchentlichen Video-Podcast sagte Merkel, für die energieintensive Industrie müsse dafür gesorgt werden, dass nicht die Arbeitsplätze dahin abwanderten, „wo man sich nicht so um Klimaschutz kümmert“. Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Michael Fuchs (CDU) forderte in der „Bild am Sonntag“ Subventionen für energieintensive Betriebe.

Warnung vor Panikmache

Laut „Bild“-Zeitung schätzen Experten von Union und FDP die Kosten eines raschen Atom-Ausstiegs auf rund 16 Milliarden Euro bis 2015. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lässt laut „Spiegel“ eine Erhöhung der Kernbrennstoffsteuer für die Konzerne prüfen.

Die Grünen warnten vor Panikmache bei der Strompreis-Entwicklung. Die „hysterische Debatte“ müsse dringend mit konkreten Zahlen versachlicht werden, forderte die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn in der „Rheinpfalz am Sonntag“. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte dem „Tagesspiegel am Sonntag“, nach Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums werde jeder Haushalt nur mit 1,50 Euro pro Monat zusätzlich belastet.

Dienstag, 12. April 2011

Elf neue Mobiltelefone im April

Elf neue Mobiltelefone im April

Motorola Pro

Android-Smartphones der Oberklasse und für Einsteiger sowie die Rückkehr eines alten Bekannten: Elf Mobiltelefone unterschiedlicher Klassen kommen im April auf den Markt.

Googles Betriebssystem Android setzt sich auf immer mehr Mobiltelefonen durch: Jedes dritte Smartphone, das derzeit in den USA verkauft wird, läuft mit Android. Auf Platz zwei und drei liegen nach Angaben des Marktforschungsinstituts Comscore wie gehabt RIM (Blackberry) sowie Apple. Auch in Deutschland holen Android-Handys weiter auf.

So bringen die Hersteller auch im April einige neue Smartphones mit dem Google-Betriebssystem heraus – zum Beispiel HTC, Motorola und Samsung. Highlights sind in diesem Monat die neue Version von HTCs Einsteiger-Smartphone Wildfire sowie Motorolas Business-Freizeit-Kreuzung Pro. Außerdem bringt Sony Ericsson zwei Geräte auf den Markt, die eigentlich schon für März angekündigt waren.

Billig-Android-Smartphones
Eine Besonderheit sind zwei Android-Handys von Simvalley Mobile für Anfänger: Sie kosten nur 100 bzw. 130 Euro – sollen aber mit Abstrichen trotzdem Smartphone-Möglichkeiten bieten.

Doch auch die Einfach-Handys sind noch nicht ausgestorben: Motorola bringt mit dem Gleam ein Klapp-Handy heraus, das optisch stark an das Razr erinnert, eines der bekanntesten Geräte des Herstellers.

Auf den folgenden Seiten stellt FOCUS Online alle Handys vor, die im April auf den Markt kommen sollen.


Emporia A3690: Seniorenhandy mit GPS
Emporia A 3690 Safety

Das Seniorenhandy Safety verfügt wie alle Mobiletelefone von Emporia über eine Notruffunktion: Mit einer Taste auf der Rückseite des Geräts erreicht man diese einfach. Die Besonderheit des weißen Handys ist aber die GPS-Funktion: Sie hilft im Notfall bei der Ortung des Besitzers.

Standort automatisch ermittelt
 
Wird die Notruftaste gedrückt, ermittelt das Handy automatisch den Standort dazu. Bis zu fünf Notrufnummern werden hintereinander angerufen und gleichzeitig eine SMS mit der Adresse versendet.

Das Saftey verfügt darüber hinaus über typische Ausstattungsmerkmale von Seniorenhandys: extragroße Tasten, hörgerätetaugliche Lautsprecher und ein breites Display. Außerdem ist das Handy mit Bluetooth, Taschenlampe und Radio ausgerüstet und wiegt 103 Gramm.


HTC Wildfire S: Android-Einsteiger mit neuem Display

HTC


Mit dem Wildfire S bringt HTC den Nachfolger des erfolgreichen Einsteiger-Smartphones Wildfire. Als echte Neuauflage kann man das Android-Gerät nicht bezeichnen, eher als verbesserte Version. Die Zielgruppe bleibt dieselbe: Das Wildfire ist als Smartphone-Einsteiger gedacht, mit dem man unterwegs ins Internet gehen kann oder Neuigkeiten in sozialen Netzwerken veröffentlicht.

Zunächst hat sich äußerlich etwas getan: Im Vergleich zur ersten Variante ist das Wildfire S kleiner geworden – es misst nur noch 101,3 x 59,4 Millimeter, vorher waren es 106,75 x 60,4 Millimeter. Zugleich ist das Gerät minimal dicker geworden und ist nun 12,4 statt 12,19 Millimeter tief. Das Handy wiegt mit 105 Gramm genau 13 Gramm weniger als der Vorgänger.

Trackball ist verschwunden

Optisch fällt zudem eine weitere Neuerung ins Auge: HTC verzichtet beim Wildfire S auf den Trackball, das Handy wird ausschließlich über den Touchscreen bedient. Dessen Maße habe sich nicht verändert: Der Bildschirm ist 3,2 Zoll groß. Die Auflösung ist allerdings besser und beträgt jetzt 480 x 320 statt vorher 240 x 320 Pixel. Die Kamera bringt wie bisher eine Auflösung von fünf Megapixel mit.

Im Inneren des Wildfire S hat HTC ein paar technische Verbesserungen vorgenommen. Der Prozessor wurde von 528 auf 600 Megahertz aufgerüstet, der Arbeitsspeicher von 384 auf 512 Megabyte. Das Handy läuft mit der aktuellen Android-Varainte 2.3, Gingerbread. Ein weiterer Unterschied zur alten Version ist das neue HTC-Sense-Bedienkonzept. Der Preis ist gleich geblieben: 279 Euro kostet die Neuauflage des Wildfire.

Motorola Gleam: Das Razr-Revival

Motorola Gleam
 Einfachheit und Spaß: Mit diesen beiden Begriffen beschreibt Motorola das Klapp-Handy Gleam. Das Handy ist als Einsteigergerät für alle gedacht, die auf Smartphone-Funktionen verzichten können und mit dem Gerät vor allem telefonieren wollen.

Optisch erinnert das Gleam an einen alten Bekannten: Es sieht mit seinen flachen Tasten und dem Klappmodus dem Motorola-Handy Razr sehr ähnlich.


 Weniger als 100 Euro
Das Mobiltelefon wiegt 105 Gramm und ist 13,9 Millimeter flach. Das TFT-Display misst 2,4 Zoll und bringt eine Auflösung von 240 x 320 Pixel mit. Der Speicher lässt sich per microSD-Karten um bis zu 16 Gigabyte erweitern. Das Gleam bringt einen Multimediaplayer, eine 2-Megapixel-Kamera und ein Radio mit. Zum Surfen im Internet steht eine WAP-2.0-Browser bereit. Das Gleam ist für 99 Euro zu haben.



Motorola Pro: Business-Android-Smartphone


Motorola Pro


Das Business-Smartphone Pro von Motorola sieht auf den ersten Blick eher wie ein BlackBerry aus. Kein Wunder: Das Gerät ist für die geschäftliche Nutzung gemacht, soll aber laut Hersteller ein „Freizeitprofi“ sein.

Das Pro kam in den USA unter dem Namen Droid Pro auf den Markt und bringt eine Volltastatur unterhalb des 3,1 Zoll großen Touchscreens mit.

Das ist ein Manko des Geräts: Das Display mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixeln ist nicht besonders groß – HTCs Desire S ist beispielsweise mit einem 3,7-Zoll-Monitor ausgerüstet.

Zur Ausstattung des Pro gehören außerdem ein 1-Gigahertz-Prozessor, GPS sowie zwei Gigabyte interner Speicher. Zudem ist QuickOffice bereits vorinstalliert und das Gerät kann als mobiler UMTS-Hotspot für bis zu fünf weitere Wi-Fi-kompatible Geräte genutzt werden.

Daten aus der Ferne löschen


Als Betriebssystem läuft Android 2.2 (Froyo). Das Smartphone ist 119 x 60 x 11,7 Millimeter groß und wiegt 134 Gramm.


Die Kamera macht Aufnahmen mit einer Auflösung von fünf Megapixel. Speziell für die Business-Nutzer hat Motorola Sicherheitsfunktionen eingebaut: Daten können aus der Ferne gelöscht werden, komplexe Passwörter werden unterstützt und Gerät sowie SD-Karte können verschlüsselt werden.